Kunsthalle Bremen
Es war die erste Ausstellung in der um- und ausgebauten Kunsthalle Bremen. Rund 150.000 Besucher haben sich in viereinhalb Monaten die Schau über Norwegens berühmtesten Maler angesehen. Ein Erfolg, auch wenn frühere Ausstellungen wie Van Gogh oder Monet die doppelte Menge an Zuschauern gezogen haben.
Video: Munch-Ausstellung endet
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Am letzten Tag strömten noch einmal 2.000 Gäste in die Kunsthalle und sie waren nicht nur von den Munch-Bildern, sondern auch von der neuen Kunsthalle sehr angetan. Sie kamen aus Hamburg, Hannover oder Oldenburg, aus dem Ruhrgebiet oder gar aus Süddeutschland.
Dossier: Wiedereröffnung der Bremer Kunsthalle
Bis zum Nachmittag wurden mehr als 152.000 Besucher gezählt, verrät die stellvertretende Direktorin Dorothee Hansen. Den Einwand, wonach frühere Ausstellungen, zum Beispiel über Vincent van Gogh oder Claude Monet, doppelt so viele Gäste angezogen hätten, erklärt Dorothee Hansen damit, dass die Kunsthalle wegen der Umbauarbeiten zweieinhalb Jahre lang nicht mehr auf der Austellungslandkarte in Deutschland vorkam. Außerdem sei ein Künstler wie Munch ganz anders in der Vorstellung des Publikums verankert ist als van Gogh oder Monet.
Sehr gut angenommen wurden die Möglichkeiten der tiefergehenden Information zu den Bildern. Bei der Munch-Ausstellung gab es mehr als 2300 Führungen, fast genau so viele wie bei van Gogh, als 320.000 Gäste in die Kunsthalle strömten. "Die Informationsleistung unserer museumspädagogischen Abteilung ist genauso hoch wie bei van Gogh."
Fest steht bereits, dass die Edvard-Munch-Ausstellung auch finanziell ein Gewinn war. Genaue Zahlen stehen noch aus. Erleichtert ist Vize-Direktorin Hansen auch darüber, dass das frisch sanierte Haus mit erneuerter Klima- und Sicherheitstechnik seine erste große Bewährungsprobe bestanden hat. Nur Kleinigkeiten müssen noch nachgebessert werden. Im Eingangsbereich scheppert eine Tür, und die Lichtbänder am Außenbau sind seit Wochen außer Betrieb.
Die Techniker werden den Schaden bald beheben. Übrigens: Auch die Parallelausstellung mit Bildern der norwegischen Malerin und Munch-Muse Oda Krohg ging gestern zuende. Das Paula Modersohn-Becker-Museum wertete die Ausstellung mit mehr als 23.000 Besuchern ebenfalls als "vollen Erfolg".
Oda Krohg – Malerin und Muse im Kreis um Edvard Munch
16. Oktober 2011 – 26. Februar 2012
Vor sechs Jahren entdeckten Restauratoren das Bild "Mädchen und drei Männerköpfe" – eine bis dahin völlig unbekannte Komposition von Munch. Es stellt ein scheu wirkendes junges Mädchen dar, dem drei übermächtig wirkende körperlose Männerköpfe mit fratzenhaften Gesichtern gegenübergestellt sind. Das Bild befand sich hinter einem anderen Munch-Gemälde aus dem Bestand der Bremer Kunsthalle, mit dem Titel "Das Kind und der Tod" von 1899.
Edvard Munch in der Bremer Kunsthalle, [4:33]
Matthias Siebert führt uns durch die Ausstellung
Dieses Gemälde hatte der damalige Direktor der Bremer Kunsthalle, Emil Waldmann, 1918 für 20.000 Mark erstanden. Es stammte aus der Sammlung Sally Falk aus Mannheim und war das erste Bild des norwegischen Malers, das in ein deutsches Museum kam – ein wichtiger Meilenstein in der Munch-Rezeption hierzulande.
Die Entdeckung des zweiten Munch-Bildes stellte eine Sensation dar und bildet den Ausgangspunkt für die neue Sonderausstellung "Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand". Munch vereinigt in diesem Bild existenzielle Themen wie Unschuld und Begierde, Liebe und Tod, die ihn zeitlebens beschäftigt haben. Die Schau ergründet Munchs Motive und Bildsprache und untersucht die beiden Bremer Gemälde im Kontext seines Gesamtwerkes, so Ausstellungskuratorin Dorothee Hansen.
Munchs Motive, [3:28]
Inken Steen im Gespräch mit Kuratorin Dorothee Hansen
In der Ausstellung mit eigenen und geliehenen Werken zeigt die Kunsthalle rund 35 Gemälde, 40 Grafiken und Zeichnungen. Darunter hochkarätige Leihgaben aus dem Munch-Museum in Oslo und dem Kunstmuseum Bergen. Einige Werke aus Privatbesitz sind erstmals öffentlich in einer Ausstellung zu sehen, zum Beispiel das Bild "Eifersucht im Bad" (1893-1896).
Edvard Munch (1863-1944) ist Norwegens berühmtester Maler. Er gehört zu den Vätern der Moderne und gilt als Wegbereiter des Expressionismus. Schon früh prägten ihn Schicksalsschläge, wie der frühe Tod der Mutter und neun Jahre später der Tod der erst 15-jährigen Lieblingsschwester Sophie, die beide an Tuberkulose starben. Der erwachsene Munch litt unter Verfolgungswahn und Panikattacken.
Mit seinen Ausstellungen sorgte der sensible Maler immer wieder für Skandale. Den ersten großen Skandal gab es 1892 im Verein Berliner Künstler. Munchs Malweise traf auf völliges Unverständnis – zu modern, und die Ausstellung wurde vorzeitig geschlossen. Aber auch in seiner Heimat erntete er Kritik. Seinen internationalen Durchbruch erzielte der Norweger später in Berlin, Paris und Prag.
1894 entstand "Der Schrei", Munchs wohl berühmtestes Bild. Es folgten produktive Jahre, die aber von Nervenzusammenbrüchen und Alkoholproblemen begleitet wurden. Seine Themen waren vor allem: Krankheit, Tod und das Leiden am Leben. Munch setzte sich allmählich durch und wurde mehr und mehr anerkannt.
1944 starb Edvard Munch auf seinem Hof in Ekely, umgeben von seinen Bildern, die er nur ungern verkaufte. Sein gesamtes Werk vermachte er der Stadt Oslo.
Beiträge zur Ausstellung:
Erster Publikumstag in der Kunsthalle, [3:05]
buten un binnen vom 15. Oktober 2011
"Die drei ???" machen Werbung für Bremer Munch-Ausstellung, [3:09]
Nordwestradio vom 17. Oktober 2011
Gesprächszeit mit Dorothee Hansen
Nordwestradio vom 7. Februar 2012
Munch-Ausstellung jetzt auch in Frankfurt, [5:34]
buten un binnen vom 8. Februar 2012
Kunsthalle: Munch in Bremen
15. Oktober 2011 bis 26. Februar 2012
Munch in Frankfurt
9. Februar - 13. Mai 2012
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8:08 Uhr, Nordwestradio:
Nordwestradio Journal
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12:08 Uhr, Nordwestradio:
Nordwestradio Journal
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Musikzeit
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19:05 Uhr, Nordwestradio:
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