Focke-Museum
Bremen und Worpswede feiern Heinrich Vogeler. Zum 140. Geburtstag des Künstlers widmen sich sechs Ausstellungsorte seinem Werk. Das Bremer Focke-Museum zeigt in Kooperation mit den Worpsweder Museen Katalogmöbel nach Vogelers Entwürfen in der Unteren Rathaushalle.
Stühle und andere Einrichtungsgegenstände nach den Entwürfen Heinrich Vogelers sind bis zum 2. September 2012 in der Unteren Rathaushalle zu sehen.
Ein Laufsteg für 36 schlanke, wohlgeformte Beine, mitten in der ehrwürdigen Unteren Rathaushalle. Zu den Beinen gehören 9 nicht weniger wohlgeformte und hübsch verzierte Körper – locker geschwungene Arme, gerader Rücken. Ein bisschen steif sind sie allerdings, die Stühle, die das Fockemuseum auf diesem langen, schmalen Podest präsentiert. Zwischen 18 und 22 Mark kostete so ein Stuhl im Jahr 1905.
Ausstellung "Vogeler für Alle", [3:35]
Ein Beitrag von Esther Wilbrandt.
Das konnten sich damals zwar nicht alle leisten, aber viele. Die Handwerker, die sie produzierten, gehörten mit ihrem Monatsgehalt von rund 120 Mark sicher nicht dazu. Aber immerhin: Keine Luxusmöbel für die Oberschicht. Kustodin Uta Bernsmeyer: "Ich denke, das war schon eher eine bürgerliche Mittelschicht, die sich das gekauft haben. Man kann sich so was auch in Wartesälen eines Arztes vorstellen, es sind wunderschöne Möbel für die Veranden. Aber das ist ein bürgerliches Milieu mit dem entsprechenden Geld, das sich diese Möbel angeschafft hat."
In den Seitenschiffen der Halle gibt es ganze Sitzensembles mit Esstisch, Bank und Stühlen zu bestaunen, dazu ein bisschen Porzellan und das wunderbare Silberbesteck, das Heinrich Vogeler entworfen hat. Im Zentrum aber: Die Holzstühle, in Kleinserien gefertigt, mit Strohsitz und reich verzierten Rückenlehnen. Vogelers berühmter Tulpenstuhl ist gleich mehrmals dabei: mal mit roten, mal mit gelben Blüten, oder einfach gebeizt.
Uta Bernsmeier: "Das ganze Programm ist über Kataloge angeboten worden, da waren aufgezeichnet alle Varianten der Möbel. Das ist ja das Besondere bei diesen Möbeln. Der Kunde konnte sich aussuchen: Möchte ich zum Beispiel den Tulpenstuhl mit einem weißen Lack, und mit rosa Rosen oder mit gelben Rosen, möchte ich ihn in Eiche schwarz gebeizt und so weiter und so weiter."
Designermöbel aus dem Katalog – ein sehr moderner Gedanke. Weg vom Jugendstil, hin zur Moderne, das war die künstlerische Stimmung der Zeit, und davon erzählen diese Möbel. Zwar nimmt sich Vogeler die klassischen Bauernmöbel der Region um Bremen zum Vorbild, entwickelt sie aber im Sinne moderner Ästhetik weiter: Seine Blumen, Obst- und Tierformen werden flach und geometrisch.
"Er macht es sehr viel schlichter, er macht es sehr viel prägnanter, stilisierter, und da trifft er sich mit den großen Gestaltern seiner Zeit. Also man kann, wenn man sich die Möbel genau anschaut, auch Parallelen finden zur prominenten Wiener Werkstätte mit Josef Hoffmann."
Produziert wurden Heinrich Vogelers Entwürfe im eigens gegründeten Tischlerbetrieb in Tarmstedt, wo er sich zunehmend für die Lebens- und Arbeitssituation der Arbeiter zu interessieren begann. Aber während er sich Gedanken über eine lebenswerte Arbeitersiedlung machte, hatten er und sein Betrieb in Tarmstedt mit ganz anderen Nöten zu kämpfen: "Man kann auch nicht sagen, dass es ein besonders attraktiver Ort war für junge Tischler, die möglicherweise aus der Großstadt kamen. Und die Infrastruktur von Tarmstedt war damals auch gar nicht eingerichtet für den Zuzug so vieler Arbeiter. Die Fluktuation war sehr hoch, das hat sich auch in den Stellengesuchen niedergeschlagen. Erst hat man nach besonders tüchtigen Tischlern gesucht. Und später dann, in der zweiten Tranche, hieß es: Tischler und Handwerker, die sich mit den ländlichen Gegebenheiten auskennen. Und darunter kann man dann allerlei verstehen."
Die Idee, das Fockemuseum mit einer Ausstellung ins Stadtzentrum zu holen, geht auf – eintrittsfrei, unter den dunklen Holzbalken der Unteren Rathaushalle. Gleich nebenan: Heinrich Vogelers andere künstlerische Seite: Die exklusive Güldenkammer im Rathaus. So gesehen zeigt diese Schau mitten in Bremens Guter Stube eben doch einen "Vogeler für alle".
Eine Ausstellung des Focke-Museums in Kooperation mit den Worpsweder Museen in der Unteren Rathaushalle.
Ausstellungsdauer: 13. Juni bis 2. September 2012
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags, 11 - 18 Uhr
Vogeler für alle
13. Juni bis 2. September 2012
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