Buch-Tipp
1981 flieht die siebenjährige Katarzyna mit ihrer Mutter, einer "Solidarnosc"-Anhängerin, aus Polen nach Deutschland. Mit 35 wird sie zu einer der jüngsten Verlegerinnen Deutschlands: Sie kauft dem Hamburger Großverlag Gruner&Jahr die Zeitschrift "Emotion" ab – mitten in der Zeitschriftenkrise und praktisch ohne eigenes Kapital.
In ihrem Buch "Mit dem Herz in der Hand" erzählt Katarzyna Mol, wie sie wurde, was sie ist. Irina Schedrowa hat das Buch bereits gelesen und stellt es vor.
Katarzyna Mol: Mit dem Herz in der Hand, Ludwig Buchverlag, 320 Seiten, 19,99 Euro
Eine Geschichte über die Freiheit und das Glück
Katarzyna Mol ist ein bekannter Name in der deutschen Zeitschriftenbranche: Sie hat 2009 dem Verlag Gruner & Jahr die Zeitschrift "Emotion" abgekauft und das mitten in der Zeitschriftenkrise. Dieser Kauf hatte damals für großes Aufsehen gesorgt – und das schon allein würde den Roman lesenswert machen.
Aber Katarzyna Mol hatte schon vor ihrem mutigen Schritt ein sehr bewegtes Leben: Sie flieht als kleines Mädchen mit ihrer Mutter, einer "Solidarnosc"-Anhängerin, von Polen nach Deutschland. In München erwartet die beiden Polinnen ein hartes Leben: Die Mutter, zu Hause eine angesehene Bauingenieurin, muss die Kleinfamilie mit Jobs als Tellerwäscherin und Putzfrau ernähren; die kleine Kasia wird zum Flüchtlingskind, das nirgendwo so richtig dazugehört. Dennoch finden sie ihren Platz – beiden Frauen gelingt der gesellschaftliche und soziale Aufstieg.
Das alles klingt nach einer spannenden Biografie – um so größer die Enttäuschung: Katarzyna Mol deutet Konflikte an, streift die Schwierigkeiten mit Halbsätzen, lässt aber niemals wirklich tief hineinblicken: die Einsamkeit des Flüchtlingskindes; die herablassende Gönnerhaftigkeit der deutschen Ersatz-Großeltern; das Desinteresse des in Polen zurückgebliebenen Vaters oder die Erwartungen der zielstrebigen, erfolgreichen und rücksichtslosen Übermutter – welche Spuren all diese Erfahrungen in der Seele des Mädchens hinterlassen haben, lässt sich meist nur zwischen den Zeilen lesen.
Das Fazit
Katarzyna Mols Geschichte ist ungeheuer spannend, aber leider auch sehr verschenkt. Was hätte das für ein spannender aufrüttelnder Lebensbericht werden können, der zeigt, was erfolgreichen Einwandererkindern abverlangt wird. Aber selbst schlecht erzählt beeindruckt Katarzyna Mol und ihre Lebensgeschichte sehr – deshalb: Daumen hoch.
Buchtipp:MIt dem Herz in der Hand, [3:52]
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