Buch-Tipp
Cover: Stefan Aust und Adrian Geiges, Mit Konfuzius zur Weltmacht
Als die Germanen noch Wilde waren, schuf Konfuzius ein zivilisiertes Gemeinwesen. Das war ungefähr 500 Jahre vor Christi Geburt. Yu Dan, Dekanin an einer Pekinger Universität, erklärt, warum der große Philosoph der Chinesen im 21. Jahrhundert besser geeignet ist, den Weg zu weisen, als Religionsstifter wie Jesus oder Mohammed:
"Konfuzius ist von dieser Welt, denn er hat seine Lehre aus dem menschlichen Alltag heraus entwickelt. Wie wir lebte er eine irdische Existenz und ist nicht etwa vom Himmel herabgestiegen."
"Unter dem Himmel dient alles der Gemeinschaft!" – Mit diesem konfuzianischen Motto rechtfertigen die heutigen Machthaber in China mehr oder weniger offiziell die Beschneidung individueller Freiheit, wie wir West-Europäer sie mittlerweile für selbstverständlich halten. Für ein zentral regiertes Reich, das viertgrößte Land der Erde, bedarf es aber vielleicht dieser autoritären Philosophie der Ordnung, die schon Konfuzius predigte:
"Was er anordnete, wurde getan; er wies den Weg und die Menschen gingen ihn; er ließ sie zufrieden sein und von überall kamen sie herbei; er setzte die Menschen in Bewegung und sie handelten in Harmonie und Eintracht."
Der Klassenkampf in China sei diesem Harmonie-Gedanken gewichen, sagt der Sinologe Tilman Spengler, den die Autoren immer wieder zu Wort kommen lassen. Statt Harmonie könnte man auch Stabilität sagen. Der Konfuzianismus, so Spengler, sei jedenfalls Hut und Gewand der komplexen gesellschaftlichen Umwälzungen. Und das spiegelt sich auch in den internationalen kulturellen Aktivitäten wider: Während Deutschland Goethe-Institute schließen muss, sprießen Konfuzius-Institute wie Pilze aus dem Boden: Seit 2004 weltweit über 300. Noch unter Mao Zedong waren die Schriften des Konfuzius verboten.
Viele junge Chinesen seien heute nationalistisch und globalisierungsfreundlich zugleich, schreiben Aust und Geiges. Menschenrechtsverletzungen hin oder her, um die wirtschaftliche Entwicklung beneiden viele westliche Regierungen die Kommunisten in Fernost. Und insgeheim vermutlich auch um die Effektivität der Politik. Dass China auf dem afrikanischen Kontinent als Kreditgeber und Projekt-Partner so umtriebig ist, hat auch mit schnellen Entscheidungs-Prozessen zu tun. Die Autoren zitieren den Präsidenten des Senegal:
"Ich habe herausgefunden, dass ein Vertrag, der mit der Weltbank für Diskussionen, Verhandlungen und Unterschriften fünf Jahre brauchen würde, nur drei Monate erforderte, wenn wir es mit chinesischen Behörden zu tun hatten."
Konfuzius war übrigens nicht der Auffassung, dass die Herrscher tun und lassen können, was sie wollen:
"Hat man oben ein richtiges Verhältnis zu Recht und Pflicht, dann wird sich im Volke niemand erkühnen, Ungehorsam zu zeigen."
Der Philosoph hielt es für die höchste Tugend, Maß und Mitte zu bewahren. Berichte über ein Milliarden-Vermögen der Familie des Ministerpräsidenten sind da nicht gerade hilfreich. Aber, so Aust und Geiges:
"An Marx und Mao glaubt keiner mehr. Denn trotz Diktatur der Kommunistischen Partei herrscht in China heute ungezähmter Kapitalismus."
Was der bewirken kann, wenn er von einer zentralen Regierung ohne Opposition gesteuert wird und 1,3 Milliarden Menschen an – in diesem Fall trifft das Wort: Human-Kapital zur Verfügung hat, davon erzählt dieses Buch. Und von den Bemühungen, mittels Konfuzius zu verhindern, dass sich ein seelenloser Materialismus breit macht, wie man ihn den USA unterstellt, diesem verhassten Verbündeten, dessen Etikett "Weltmacht" China zunehmend für sich beansprucht.
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