CD-Tipp
Anoushka Shankar wurde in London geboren, lebte für längere Zeit in Indien und Kalifornien. Sie ist die Tochter des legendären indischen Sitar-Meisters Ravi Shankar. Einem breiten Publikum ist Anoushka Shankar im November 2002 bekannt geworden. Beim Gedächtniskonzert für den Beatle George Harrison in der Londoner Royal Albert Hall. Seit ihrem neunten Lebensjahr erhielt Anoushka Shankar Unterricht auf der Sitar, der bekannten indischen Langhalslaute. Heute zählt sie zu den führenden klassischen Solisten auf diesem Instrument. Und sie ist neugierig. Neugierig auf musikalische Projekte zwischen Rock, Pop, Jazz, Klassik und Weltmusik. Projekte, die faszinieren, die durchdacht sind und die zu Recht das Etikett "global" tragen. Mit ihrem Album "Traveller" geht Anoushka Shankar auf eine faszinierende Spurensuche zwischen indischer und spanischer Musik.
Audio: CD Tipp: Traveller
Einstellungen, Infos und Kommentare
In den späten 1960er Jahren hatten sie es vorgemacht. Der Beatle George Harrison und der Sitarspieler Ravi Shankar. "Pop goes India", hieß es seinerzeit. Die Verschmelzung der Pop-Kultur mit den Klängen der Sitar, umnebelt vom Duft indischer Räucherstäbchen war der Soundtrack für eine weltweite Hippie-Kultur à la Woodstock. Weniger bekannt war hingegen die Zusammenarbeit von Ravi Shankar mit dem Geigenvirtuosen Yehudi Menuhin.
"West meets East" nannten Ravi Shankar und Yehudi Menuhin ihre musikalische Pionierleistung aus dieser Zeit. Anoushka Shankar scheint mit ihrem Album an solche Grenzüberschreitungen anzuknüpfen. Ein Album, das zwölf eigene Stücke enthält. Ein Album, das sich zwar ausgesprochen farbig präsentiert, aber ganz und gar nichts mit der Räucherstabchen-Ära der ach so wilden 60er Jahre zu tun hat. Anoushka Shankar hat ihr Album "Traveller" genannt. Ein Titel, der passt. Denn er beschreibt eine Reise, die im heutigen Rajasthan beginnt und im spanischen Sevilla zu Ende geht. Eine faszinierende Klangreise von Ost nach West. Gesucht wurde eine gemeinsame Musiksprache. Und das, was zunächst schwer zu machen war, wurde für alle ein großes musikalisches Vergnügen.
Anoushka Shankar – neugierig auf musikalische Projekte zwischen Rock, Pop, Jazz, Klassik und Weltmusik
"Der Weg ist das Ziel", hieß einst die Parole beim Cellisten Yo-Yo Ma, als er zu seiner "Silk Road Journey" aufbrach. Er sammelte all die Klänge ein, die er auf seiner langen Reise von West nach Ost zu hören bekam. Bei Anoushka Shankar ist das anders. Sie geht den umgekehrten Weg. Und sie überspringt die einzelnen Stationen dieser langen Wanderung von Indien nach Europa, wenn sie den musikalischen Spuren ihrer Vorfahren folgt. Sie folgt den Spuren der Roma. Ein Volksstamm, der von Indien aus nach Westen gezogen war und die Musik in ganz Europa und Nordafrika beeinflusst hat.
Auf "Traveller" haben Anoushka Shankar, die Sitar-Virtuosin, und Javier Limón, der Flamenco-Gitarrist, einen Teil ihres gemeinsamen Erbes wiederentdeckt und zusammengeführt. Wie von selbst scheinen sich die fein gespannten Melodien der Sitar mit dem kehligen Gesang der Gitanos zu vereinigen. Während der Klang der Flamenco-Gitarre entspannt und lässig umspielt wird von den vertrackten Rhythmen der indischen Tablas.
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