Literatur in Bremen
Die Globale ist das Literaturfestival für grenzüberschreitende Literatur. Jedes Jahr im Herbst werden zahlreiche Autorinnen und Autoren nach Bremen eingeladen, um aus ihren Werken zu lesen und über sie zu sprechen, um Diskussionen zu führen und Workshops anzuleiten – und um als Brückenbauer zwischen den Kulturen aufzutreten.
Denn die Gäste der Globale haben allesamt eines gemein: Sie sind deutschsprachige Autoren, deren Wurzeln nicht allein in Deutschland liegen. Ihre Biographien sind geprägt von Migration und kultureller Vielfalt, und sie schreiben in den verschiedensten Sprachen.
Grenzgänger zwischen den Kulturen und den Sprachen gab es im Laufe der Geschichte schon immer. Schon Goethe verfasste Gedichte in Italienisch und Französisch. Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied. Denn Goethe schrieb diese Gedichte aus Interesse an fremden Sprachen. Für die Autoren der Globale hingegen sind diese anderen Sprachen überhaupt nicht fremd. Sie sind genau so Teil ihres Lebens wie das Deutsche. In einigen Fällen sind sie die eigentliche Muttersprache, in anderen eine gleichberechtige Alternative im bilingualen Schreiben. Nicht wenige der Autoren haben durch den Umgang mit mehreren Sprachen einen ganz anderen, eigenen Zugang zum Schreiben bekommen.
Diesen neuen Typ Schriftsteller gibt es in der Bundesrepublik, seit es Einwanderer gibt. Bereits in den Sechziger Jahren kamen Autorinnen und Autoren wie Emine Sevgi Özdamar und Franco Biondi nach Deutschland. Doch in der Öffentlichkeit spielten diese Autoren keine Rolle. Ihre deutschen Kollegen interessierten sich nicht für sie, und noch Mitte der neunziger Jahre wusste kaum ein Literaturwissenschaftler, wer überhaupt für die "Gastarbeiter-Literatur" zuständig sein könnte.
Aber die Situation hat sich geändert. Die alten Modelle von nationalen Kulturen haben ausgedient. Im Zeitalter von Migration und Globalisierung werden die Kulturen durchlässig und beeinflussen sich gegenseitig – viel intensiver, als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte.
Auch die deutsche Gesellschaft ist offener geworden, und die migrantischen Autoren sind zum festen Teil der deutschen Literaturszene avanciert. Texte von Yoko Tawada oder Feridun Zaimoglu werden im Deutschunterricht besprochen, und in der Wissenschaft gilt es mittlerweile als chic, sich mit migrantischer Literatur zu beschäftigen.
Das Globale-Literaturfestival treibt diesen gesellschaftlichen Prozess weiter voran. Seit 2007 veranstaltet die Jacobs University Bremen in Kooperation mit Radio Bremen die Globale, um die migrantischen Autoren in Deutschland bekannter zu machen. Außerdem will die Festivalleitung das Publikum mit der migrantischen Literatur in Kontakt zu bringen.
Doch das Anliegen der Globale-Macher ist nicht nur ein literarisches. Das Festival hat auch eine politische Dimension. Es trägt dazu bei, drängende politische Themen auf literarischer Ebene in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen. So können die Chancen der Globalisierung und der damit einhergehenden kulturellen Vielfalt dargestellt werden.
Aus diesem Grund wurde der Globale eine besondere Ehre zuteil: Als eines von wenigen deutschen Projekten wurde sie von der Unesco ausgezeichnet. Im Rahmen des "Internationalen Jahres zur Annäherung der Kulturen hat die UN-Kulturorganisation die Globale als eine herausragende Initiative geehrt.
Globale 2007, [35:17]
Globale 2009, [30:17]
Globale - Festival für grenzüberschreitende Literatur
Globale
Die Globale ist ein Festival für grenzüberschreitende Literatur. Deutschsprachige Autoren mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen lesen aus ihren Werken und treten mit dem Publikum in Kontakt. Die Globale versteht sich auch als Beitrag zu aktuellen politischen Diskursen. Mehr...
Autoren der Globale
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