Jazz aus Israel
Der Bassist Avishai Cohen gilt als Ausnahmemusiker, als einer der spannendsten Jazzmusiker der Gegenwart. Er selbst sieht sich als Auserwählter und seine Musik als eine Mission. Am Freitagabend gibt das Avishai Cohen Trio das Galakonzert der Jazzahead in der Bremer Glocke.
Avishai Cohen tritt am Freitag in der Glocke auf.
Nein, zu einer Szene gehöre er nicht, sagt Avishai Cohen, nur zu der, die er selbst kreiert habe. An Selbstbewusstsein mangelt es dem Mann aus Israel nicht. Gäbe es eine Rangliste der spannendsten Jazzkünstler der Gegenwart, so hätte Cohen Anspruch auf einen Spitzenplatz. Und das mit einer Musik von überaus jüdischer Identität. Eine Mischung aus Folk, Latin und Jazz in gleichberechtigten Anteilen, präsentiert mit Intelligenz, Energie und der Attitüde eines Stars. Vor allem in Frankreich wird Cohen wie ein Star gefeiert, denn seine Musik hat Seele und sie hat Leidenschaft. Er habe soviel geübt in seinem Leben, dass er das nun nicht mehr tun müsse. Nun gehe es ihm musikalisch Neuland zu erschliessen.
Cohen ist Jahrgang 1970, in einem Kibbuz im Norden Israels geboren. Er wächst auf in einem Künstlerhaushalt als jüngstes dreier Geschwister am Stadtrand von Jerusalem. Seine Eltern lieben hebräische Folklore und europäische Klassik. Avishai lernt erst Klavier, dann Bass. Er liebt Led Zeppelin und Bach gleichermaßen. Beeinflusst von Meister-Bassist Jaco Pastorius, wird der junge Avishai in nur wenigen Jahren selbst ein Ausnahmemusiker. Er geht nach dem Armeedienst nach New York, um dort sein Glück als Jazzmusiker zu machen und schon bald ist er in der Band von Chick Corea.
Religiös in einem konfessionellen Sinn sei er nicht. Er spüre eine Seelenverwandschaft zu anderen Menschen über seine Religion, die Musik. Als Sich als Künstler zu sehr von den politischen Geschehnissen im Nahen Osten beeinflussen lassen, sieht Cohen als Gefahr an. Er ist politisch interessiert und aufmerksam, doch sein Leben gehört der Kunst.
"Vorwärts werde ich gehen und weiß nicht wohin und mit meinen Augen zur Sonne weitergehen, bis meine Arbeit getan ist."
Das sind einige Zeilen aus "Halah", einem Kernstück des Albums "Seven Seas", dass beim Bremer Jazzahead-Konzert im Mittelpunkt stehen wird. Ein großer Schritt in der Entwicklung einer eigenen Stilistik ist es, einer Musik, die sich anlehnt an sephardischer Folk-Tradition, an die rhytmische Finesse lateinamerikanischer Musik, ausgeführt mit der freiheitlichen Haltung eines Jazz-Mannes.
Nach Jahren in New York ist Avishai Cohen heute zurückgekehrt nach Israel. Seine Musik ist international gefragt, wie nie zuvor. Als Musiker ist Cohen ein Auserwählter, ein Mann auf einer Mission das menschliche Miteinander zu fördern und das Mitgefühl für andere zu stärken. Am Ende eines seiner fulminaten Konzerte ist dieses Gefühl in der Tat nicht selten präsent. Für Avishai Cohen ist es extrem wichtig ein Musiker zu sein:
"Es gibt dir ein Gefühl von Liebe und Mitgefühl – für die Welt, für deine Umwelt und für die Menschen."
Ausnahmemusiker Avishai Cohen, [3:49]
Ein Porträt von Harald Mönkedieck.
Jazzahead
![Jazzahead! 2013 [Quelle: Messe Bremen/WFB] Jazzahead! 2013 [Quelle: Messe Bremen/WFB]](/kultur/jazzahead144_v-mediateaser.jpg)
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