Bremer Klavierwettbewerb
Ingeborg Fischer-Thein war von Anfang an beim Bremer Kalvierwettbewerb dabei. Sie ist nicht nur Mitglied der bekannten Bremer Musik-Familie Thein, sondern auch Vorsitzende des Richard-Wagner-Verbandes Bremen. Sie ist Mitglied des Landesmusikrates Bremen und sitzt im Hauptausschuss des Bremer Klavierwettbewerbs. Das Interview ist im Jahr 2007 entstanden, als der Bremer Klavierwettbewerb seinen 20. Geburtstag feierte.
"1986 ging es los, da erschien beim Landesmusikrat ein altes Ehepaar. Sie war Pianistin und er wollte zu ihren Ehren einen Musikwettbewerb ins Leben rufen. Er brachte 30.000 Mark mit und dachte, damit könne man einen großen Wettbewerb machen. Mein Mann organisierte das Ganze – das Geld diente für zwei Wettbewerbe als Preisgeld. Die Frage war: Wie finanzieren wir den Rest und wen nehmen wir mit ins Boot? Als Partner gewannen wir Radio Bremen und die Bremer Sparkasse. So konnten wir 1987 den ersten Wettbewerb abhalten, aber noch nicht gesamteuropäisch, sondern zuerst rein deutsch."
Wie viel Teilnehmer waren damals dabei?
"Ich glaube vier. Das war alles sehr bescheiden und wir mussten versuchen, das Ganze ein bisschen in die Länge zu ziehen. Aber so geht’s immer los. Jeder Wettbewerb muss sich langsam einen Ruf aufbauen."
Wie entwickelte es sich dann weiter?
"Nach dem Tod des Gründer-Ehepaars, das den Wettbewerb ja ursprünglich ins Leben gerufen hat, wollten wir den Wettbewerb weiterführen und auf neue Füße stellen. Daher haben wir damals den ersten gesamteuropäischen Wettbewerb ausgerichtet – einschließlich Israel und der Türkei. Und dann haben wir einen Orchesterdurchgang eingeführt – das gehört einfach zu einem großen Klavierwettbewerb. Obwohl es schwierig war, das Ganze zu verwirklichen, da man ja neben einem Orchester auch einen Saal braucht. Wir mussten also mit der Glocke einen Vertrag schließen, der in unserem finanziellen Rahmen lag. Plötzlich war alles viel größer und komplizierter."
Wer wählt eigentlich die Jury aus?
"Die Jury wird vom Hauptausschuss unseres Vereins vorgeschlagen. Dann schreibe ich die Personen an, und frage sie, ob sie mitmachen. Die meisten sagen zu, obwohl wir keine großen Honorare zahlen können. Auch in diesem Jahr gab es wieder keine einzige Absage – und wir haben wirklich namhafte Juroren. Zum Beispiel die Vorsitzende Konstanze Eickhorst, eine Bremerin, was uns besonders freut."
Der Bremer Wettbewerb gilt als schwierig. Was muss man spielen können, wenn man hier mitmachen will?
"Im ersten Durchgang eine Sonate von Mozart oder Haydn oder von Beethoven. Zwei Etüden, davon eine von Chopin und eine von Liszt oder Rachmaninow. Und als drittes ein Werk, das nach 1970 entstanden ist. Es wird also auch neue Musik gefordert. Somit werden alle Teilnehmer gezwungen, sich mal damit auseinander zu setzen. Im zweiten Durchgang eine Sonate von Schubert, dann ein Werk von mindestens 20 Minuten Spielzeit, welches komponiert wurde zwischen 1825 und 1950. Der dritte Durchgang kann dann völlig frei gewählt werden. Darauf sind wir schon sehr gespannt. Und natürlich die Auftragskomposition, in diesem Jahr "Exkursion" von Werner Haider."
Info: Bremer Klavierwettbewerb
![Europäischer Klavierwettbewerb 2012 [Quelle: Europäischer Klavierwettbewerb 2012] Europäischer Klavierwettbewerb 2012 [Quelle: Europäischer Klavierwettbewerb 2012]](/nordwestradio/veranstaltungen/kulturkalender/bild5482_v-mediateaser.jpg)
Der Wettstreit findet seit 1987 alle zwei Jahre statt. Die Nachwuchspianisten spielen um Preise im Gesamtwert von 20.000 Euro. Die Veranstalter sind Radio Bremen, der Landesmusikrat Bremen, die Sparkasse, die Glocke, der Deutsche Jugendherbergsverband sowie die Bremer Philharmoniker.
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