Radio-Bremen-Krimipreis 2006
Im Jahr 2006 verlieh Radio Bremen seinen Krimipreis an die russische Schriftstellerin Polina Daschkowa. Sie erhielt die Auszeichnung für ihre präzisen und spannenden Psychogramme von Russen alten und neuen Schlags. Ihre einfühlsamen Schilderungen von Menschen, Milieus und Motiven enthüllen Moskau als eine der Welthauptstädte des Verbrechens.
Sie wird als eine der "neuen Zarinnen" des russischen Kriminalromans gefeiert. 1960 geboren, studierte sie am Gorki-Literaturinstitut in Moskau. Ende der 70er Jahre wurden von ihr zuerst Gedichte veröffentlicht und arbeitete sie als Journalistin für Rundfunk und Presse. Später leitete sie die Kulturredaktion einer Wochenzeitung und war Parlamentsberichterstatterin. Bevor ihr erster Kriminalroman 1996 herauskam, übersetzte Daschkowa auch Bücher aus dem Englischen und verfasste Tätergutachten für die Kriminalpolizei.
Dennoch ist sie weder Kriminologin noch Polizeireporterin: Ihre Fälle entstehen in der Fantasie, bizarr und finster, und die tödlichen Dramen um Liebe, Geld und Wahn vollziehen sich vor einem Hintergrund, der von der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts ebenso geprägt ist wie von der Regenbogenpresse im neuen Russland. Daschkowa entwickelt Panoramen, die von der Sehnsucht nach Ordnung und Gerechtigkeit zeugen in einem von Chaos und Skrupellosigkeit beherrschten Land. Ihre Figuren sind raffinierte Gauner, die ihren Vorteil suchen, windige Geschäftsleute und Serienkiller und eine ohnmächtige Polizei, der intelligente, selbstbewusste Frauen unter die Arme greifen müssen.
Ein großer Reiz dieser Kriminalromane liegt in der Widerspiegelung von Karrieren in der jüngsten Umbruchsgeschichte des Landes. Daschkowa erzählt von der Gewalt in der postsowjetischen Gesellschaft mit ihren mafiösen Verflechtungen von Staat, Wirtschaft und Unterwelt, korrupten Politikern und der geistigen Heimatlosigkeit vieler Menschen. Im Aufbau-Verlag sind zuletzt "Du wirst mich nie verraten" (2005) und "Keiner wird weinen" (2/2006) erschienen.
Interview Polina Daschkowa, [12:01]
Radio-Bremen-Krimipreises
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