Kino-Tipp
Im neuen Film von Alexander Payne spielt George Clooney – völlig entgegen seinem Sonny-Boy-Image – einen geplagten Familienvater und Clan-Chef auf Hawaii. Der Film heißt "The Descendants – Familie und andere Gelegenheiten".
Filmkritik "The Descendants" , [3:34]
Beitrag von Jürgen Francke
Kinoplakat "The Descendants"
Matt King (George Clooney) ist Anwalt auf einer Vulkaninsel von Hawaii, Vater von zwei Töchtern und selten zu Hause. Eines Tages dann der Schock, seine Ehefrau liegt nach einem Bootsunfall im Koma. Auf Matt kommt einiges zu: Er muss sich um zwei rebellische Töchter kümmern, seine Frau im Hospital besuchen und den Haushalt zusammenhalten.
"The Descendants" ist eine Familiengeschichte der etwas anderen Art mit einem brillianten Hauptdarsteller. George Clooney spielt derart gegen sein Image an, dass es eine Freude ist. So unbeholfen, beinahe lächerlich, haben wir ihn noch nie gesehen.
Der Titel "The Descendants" – also "Die Nachkommen" – bezieht sich auf die hawaiianische Herkunft von Matt. Seiner Familie gehört einer der letzten unberührten Küsten-Landstriche ihrer Insel. Und der soll, so will es der Clan, an Investoren verkauft werden. Jetzt hat Matt zwei Probleme. Wie hält er die Tradition seiner Vorfahren am Leben und wer zu Teufel war der Liebhaber seiner Frau?
Regisseur Alexander Payne ist ein Spezialist für Filme mit Männern in der Lebenskrise. Auch in "The Descendants" spielt er auf die Dekonstruktion amerikanischer im Allgemeinen und maskuliner Werte im Besonderen an. Payne lässt seinen Hauptdarsteller in Flip-Flops durch Vorgärten tapsen, er lässt ihn raisonnieren, grübeln und verzweifeln. Aber er stellt seinen Matt King, bis auf ein paar billige Scherze – zugegeben – nicht bloß. Die Verbindung von Komödie und Melodram funktioniert.
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