Kino-Tipp
Nach dem entsetzlichen Amoklauf nahe Newtown mit 20 toten Kindern ist die Diskussion in den USA um den Waffenbesitz abermals entflammt. Da wirkt es seltsam anachronistisch, dass ausgerechnet in dieser Zeit der neue Film von Regisseur Quentin Tarrantino "Django Unchained" wie eine Hommage an den waffenschwingenden Verteidiger der Freiheit daherkommt. Gemordet wird im Sinne der guten Sache.
Jamie Foxx und Leonardo di Caprio spielen Django und Calvin Candie
Winter 1858 irgendwo in Texas: Der deutsche Dr. King Schultz trifft in einem dunklen Wald auf drei weiße Sklaven-Händler und ihre geschundenen schwarzen Gefangenen. Ein Wort gibt das andere, und ein paar gezielte Schüsse später sind die Halunken tot und die Schwarzen frei. King Schultz nimmt einen von ihnen, Django Freeman, mit. Schultz ist Kopfgeldjäger. "Wie der Sklavenhandel ist das ein 'Fleisch-gegen-Bares'-Geschäft", so Schultz im Film.
Der Deutsche wird gespielt von Christoph Waltz. Schultz ist profitorientiert und leidenschaftslos. Sklaverei kann er nicht ausstehen. Django seinerseits hat einiges zu bieten, kennt er doch die Gesichter weiterer weißer Bösewichter. Und so bahnt sich zwischen beiden ein frühkapitalistisches Joint Venture an. "Wir besuchen jede Plantage in Gatlinburg, bis wir sie haben. Und wenn wir sie haben, sagst du mir wer sie sind und ich erschieße sie", sagt Schultz zu Django. Im Gegenzug verspricht er dem Schwarzen die Freiheit.
Regisseur Quentin Tarrantino ist natürlich seinem Stil treu geblieben. Er übertreibt, wo er nur kann, besonders in den Gewaltszenen. Nach Einschüssen spritzt das Blut aus den Körperteilen und färbt die blütenweiße Baumwolle auf den Feldern schon mal rot. Dazwischen reiten Schultz und Django – nunmehr "unchained", also ohne Ketten – durch imposante Landschaftskulissen der Abendsonne entgegen. Tarrantino lässt kein Genre-Klischee der Western aus den Fünfziger und Sechziger Jahren aus. Von der Musik über altmodische Einblendungen bis zu den Kamerafahrten.
Frauen spielen eine untergeordnete Rolle. Sie sind Opfer. Dangos Frau Broomhilda wurde verkauft und sie gilt es zu finden. Dieses Unterfangen nimmt den zweiten Teil dieses völlig überzogenen, knapp dreistündigen Westernmärchens ein, das im Gewand eines Sklaverei-kritischen Epos inszeniert ist. Regisseur Tarrantino betont immer wieder, wie ernst er es mit der historischen Aufarbeitung der Unterdrückung der Schwarzen meint. Seine filmische Verpackung indes geht in Richtung "Comic Strip".
Der Show-Down findet auf einem Südsstaatenanwesen eines bestialischen Ranchers statt, der Djangos Frau in seiner Gewalt hat. Nie hat Leonardo DiCaprio eine derart böse Rolle wie Calvin Candie gespielt. "Sehen Sie, nach den Gesetzen von Chickasaw County ist Broomhilda hier in meinem Besitz und in meinem Eigentum", brüllt Candie. "Und es steht mir zu, mit meinem Eigentum zu tun, was immer mir gefällt". Das meint er wortwörtlich. Und so muß Django, verkörpert von Jamie Fox, tun, was ein Retter tun muss. Die blutige Schießerei im Stile eines asiatischen Martial-Arts-Films, untermalt von modernen Hip-Hop-Klängen, ist ein fürchterliches Gemetzel. Und spätestens hier scheiden sich die Geister. Die einen mögen brutalen Filmrealismus. Andere wenden sich angewidert ab.
Kino-Tipp "Django Unchained", [3:49]
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