Kino-Tipp
1961 wird dem Organisator der Judenvernichtung, SS-Mann Adolf Eichmann, in Israel der Prozess gemacht. Als Reporterin für die Zeitschrift "New Yorker" ist die jüdische Denkerin, Intellektuelle und politische Philosophin Hanna Arendt in Jerusalem. Sie war 1941 vor den Nazis in den USA geflüchtet. In ihrem Film "Hannah Arendt" porträtiert die Filmemacherin Margarethe von Trotta nun die einflussreiche Denkerin in einem – wie Nordwestradioreporter Hartwig Tegeler meint – aufregenden und höchst aktuellem Film.
Aus dem Prozessbesuch entsteht zwei Jahre später eine Artikelserie für den "New Yorker" und später das Buch "Eichmann in Jerusalem". Mit der darin enthaltenen These von der "Banalität des Bösen" und der Rolle der Judenräte in der Abwicklung der Vernichtung der Juden provoziert Hannah Arendt einen handfesten Skandal. Man wirft ihr eine Verharmlosung des Holocausts vor.
Über Hannah Arendts Thesen zu Eichmann entsteht ein poltischer, historischer und ideologischer Konflikt. Margarethe von Trotta schickt Hannah Arendt in ihrem Film den israelischen Geheimdienst Mossad auf den Hals. In einer fiktiven Szene fordert ein Geheimdienstler die Intellektuelle auf, ihr Buch über Eichmann nicht zu veröffentlichen. "Es ist uns unbegreiflich, wieso Sie, eine Jüdin, solche infamen Lügen über ihr eigenes Volk verbreiten", sagt der Mossad-Agent in der Filmszene.
Hannah Arendt brauchte Zivilcourage, um den Sturm der Entrüstung auszuhalten, als sie für den "New Yorker" Adolf Eichmann analysierte. Arendt beharrte auf ihrer Erkenntnis, dass Eichmann kein Monster war, kein Macbeth, getrieben von Gier oder Habsucht. Sie charakterisiert Eichmann als gefühllos und erschreckend normal. Er sei bürokratischer Erfüllungsgehilfe gewesen.
Margarethe von Trotta entscheidet am Ende nicht, ob die politische Denkerin Hannah Arendt oder ihre pöbelnden Gegner, die sie aus ihrer Lehrtätigkeit an einer US-Universität vertreiben wollten, historisch Recht behielten. Genau das macht diesen Diskurs-Film so großartig. Denn es geht um die Suche nach der Wahrheit und das unabdingbare Plädoyer für ein eigenständiges Denken.
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