Kino-Tipp
Der Bremer Autor, Produzent und Regisseur Eike Besuden hatte mit seinem Spielfilm "Verrückt nach Paris" großen Erfolg. Nun hat Besuden eine Sportler-Biographie inszeniert. Der Film "Gibsy – Die Geschichte des Boxers Johann Rukeli Trollmann" behandelt die Karriere und das dramatische Ende eines Sinto, der für seinen Sport und seine Familie lebte.
Rukeli lebte für seinen Sport, das Boxen
Er sah gut aus, war durchtrainiert und in der Weimarer Republik einer der bekanntesten Boxer Deutschlands: Der Hannoveraner Johann Rukeli Trollmann, genannt Gibsy. Für seinen Boxclub "Heros" boxte Trollmann in ganz Norddeutschland.
Der Mittelgewichtler wurde Gibsy genannt, weil er Sinto, ein sogenannter Zigeuner war. Für den Bremer Regisseur Eike Besuden war das dramatische Schicksal des Sportlers ein besonderes Anliegen. Über die Greueltaten der Nationalsozialisten an den Juden wurde schon viele Filme gemacht, so der Bremer. Über Sinti seien es viel weniger. "Es sind immerhin über eine halbe Million Sinti umgekommen ", sagt Eike Besuden. "Dieses ist eine sehr traurige, aber sehr gute Geschichte, um das als Beispiel werden zu lassen", sagt Besuden über seinen neuen Film.
Trollmanns Schicksal ist bewegend wie auch der Film. Trollmann hatte Erfolg im Boxring bis 1933. Die Nazis unterstellten dem Sinto dann zunächst ein undeutsches Boxverhalten. Als "deutsch" galt es, wenn sich die Boxer mit den Füßen nicht bewegen und nur im Stehen aufeinander einschlagen. Dieses sollte Mut demonstrieren, Ausweichen galt als feige. "Er hat den Stil, den dann hinterher auch Muhammed Ali gehabt hat", sagt Besuden.
Für die Nazis war Trollmann irgendwann zu erfolgreich. Jemand wie er durfte nicht Deutscher Meister werden. Trollmanns Reaktion war symptomatisch. Zu einem wichtigen Kampf trat er mit blonden Strähnen und weiß gepuderter Haut an. Das Ende des Film ist schließlich aufwühlend und grausam zugleich. Rukeli Trollmann starb unter fürchterlichen Bedingungen im Konzentrationslager. Die Filmproduktion selbst sorgte immerhin noch für ein kleines Happy-End. Während der Recherche machte Regisseur Besuden mit einem Familienmitglied die als vermisst geglaubte Tochter Trollmanns ausfindig.
Das Dokumentardrama "Gibsy" ist eine spannende Mischung aus historischem Material , Zeitzeugenaussagen, zum Beispiel von Familienangehörigen, und aus Spielszenen mit Schauspielern. Die Mutter des Boxers wird von Hannelore Elsner verkörpert, Trollmann selbst von Hannes Wegener. Dieser nahm als Vorbereitung für seine Rolle drei Monate lang Boxunterricht.
Kino-Tipp "Gibsy", [3:35]
Die Geschichte des Boxers Johann Rukeli Trollmann
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