Rückblick auf das Kinojahr 2011
Das Jahr 2011 wartete mit einer Fülle an Neuerscheinungen auf. Was wollten die Deutschen sehen und welche Filme liefen an? Was waren die Kassenerfolge und welche Filme stachen qualitativ aus der Masse heraus? Jürgen Francke mit einem Rückblick auf das Kinojahr 2011.
Jahresrückblick: Deutsche Filme 2011, [3:50]
Beitrag von Jürgen Francke
Filmplakat: "Kokowääh"
Weit über 4 Millionen Kinobesucher können angeblich nicht irren. An der Anzahl der verkauften Eintrittskarten gemessen ist Til Schweiger mit seiner Komödie "Kokowääh" der Abräumer des Kinojahres 2011. Der Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Hauptdarsteller des Films konnte sich bereits nach einer Woche über eine Million Besucher freuen.
Der Tanzfilm "Pina" über die Choreographin Pina Bausch von Regisseur Wim Wenders konnte lediglich kapp eine halbe Million Besucher aufweisen. Die 3-D-Produktion ist immerhin für den nächsten Oscar nominiert. Wenders betrat mit diesem Film technisches Neuland.
Kameratechnisch ist der Gefängnisfilm "Picco" völlig konventionell entstanden, er kam im Februar 2011 in die Kinos. Auf der Grundlage eines authentischen Falles werden die Haftbedingungen in einem Jugendknast beschrieben - und der brutale Umgang der Insassen untereinander. "Picco" endet mit der quälend langen Ermordung eines Häftlings durch jugendliche Mitinsassen. Der vielfach preisgekrönte Film war harter Tobak. Aber er war ein Highlight des Kino-Jahres 2011.
Nicht minder schwer zu ertragen, aber mit das beste, was der deutsche Film in diesem Jahr zu bieten hatte, war Andreas Dresens erschütternde Tragödie "Halt auf freier Strecke". Die Geschichte eines Familienvaters, dessen Lebenserwartung aufgrund eines Gehirntumors nur noch zwei Monate beträgt, rührte zu Tränen. Regisseur Dresen zeigt in unaufgeregten Bildern den körperlichen Niedergang eines Menschen - und wie seine Familie mitleidet.
Zum entspannten Zurücklehnen war die umjubelte türkisch-deutsche Komödie "Almanya – Willkommen in Deutschland" der beiden Schwestern Samdereli angetan. Der Film entlarvt aus der Sicht nach Deutschland eingewanderter Türken, dass es bei den sogenannten "Gastarbeitern" auch jede Menge Vorurteile gab. Da hieß es oft: Klischees statt Integration.
Filmplakat: "Schlafkrankheit"
Der Film "Schlafkrankheit" von Ulrich Köhler war ebenfalls auf der diesjährigen Berlinale offizieller Wettbewerbsbeitrag. Köhler bemühte sich unter anderem, deutsche Entwicklungsarbeit in Afrika zu hinterfragen. Mit mäßigem Erfolg allerdings.
Ähnlich erging es auch Pepe Danquarts "Joschka und Herr Fischer". Der Versuch, in einem Dokumentarfilm die Biografie von Ex-Außenminister Joschka Fischer mit der deutschen Nachkriegsgeschichte zu verknüpfen, verpuffte ohne große Wirkung.
Die großen Produzenten, besonders in den USA, haben auch in diesem Jahr viel Geld investiert. Es gab ein Überangebot an Filmen. Und der Trend zu 3-D-Filmen hält unvermindert an. Aber im Kinojahr 2011 schafften es auch bemerkenswert viele, kleine Produktionen in unsere Kinos. Was wollten die Deutschen sehen, und welche Filme liefen überhaupt an? Bei der Fülle der Neuerscheinungen im Jahre 2011 sind manche Produktionen jetzt, kurz vor Jahresende, bereits wieder in Vergessenheit geraten. Was waren die Kassenerfolge und welche Filme stachen qualitativ aus der Masse heraus?
Jahresrückblick 2011: Internationale Filme , [3:48]
Beitrag von Jürgen Francke
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