Kino-Tipp
Das Schiff "Emden" gilt als der wohl berühmteste Marinekreuzer im Ersten Weltkrieg. "Die Männer der Emden" werden sogar von den Briten zu "Gentleman of war" erklärt – dank ihrer List, Taktik und Fairness. Im Indischen Ozean wird das Schiff der Kaiserlichen Marine versenkt – doch ein Landungszug von fünfzig Mann denkt nicht daran, sich in Gefangenschaft zu begeben. Unter dem Kommando von Kapitänleutnant von Mücke, dessen Sohn heute in Oldenburg lebt, schlagen sich die Männer über Sumatra, durch die Wüsten Arabiens und die Türkei bis nach Deutschland durch. Ihre Geschichte ist jetzt im Kino zu sehen.
Szenenbild aus dem Film "Die Männer der Emden".
Das Husarenstück ist vollbracht. 13.000 Kilometer über Wasser und Land, quer durch alle feindlichen Linien, liegen hinter ihm. Doch Kapitänleutnant von Mücke sitzt seltsam eingesunken, gebeugt von den Bürden des Krieges im Zug – zurück in der Heimat. Sebastian Blomberg zeigt die Gebrochenheit der Figur in allen Facetten. Durchsetzungsstark und zweifelnd – ein einsamer Entscheider, der die Verantwortung für so viele Schicksale trägt. Die Gebrochenheit der Figur lag Regisseur Pfahl sehr am Herzen:
"Von Mücke ist eben nicht nur unser Filmheld. Er ist auch in gewisser Weise einer, der dann einen großen Bogen von einem Hurra-Patrioten – bis hin später zum Aufruf, dass die Bundeswehr doch bitte nicht wieder ins Leben gerufen werden soll oder dass keine neue deutsche Wehrmacht entstehen soll, 1956 – dieser Bogen letztlich, das macht ihn für mich zu einem gebrochenen Helden, zu dem ich dann auch stehen kann."
Für Die Männer der Emden ist diese Haltung spielentscheidend. Pfahls Film zieht seinen Reiz aus seinem hervorragenden Hauptdarsteller und aus von Mückes Konflikten. Logisch, dass die Geschichte der abenteuerlichen Flucht von den Kokos-Inseln zurück nach Berlin im Zentrum des Films steht. Eine Irrfahrt odysseyschen Ausmaßes beginnt.
Und auch eine kleine Wüsten-Schützengraben-Liebelei hat Regisseur Berengar Pfahl eingebaut. (Dabei bleibt Ken Duken, der zweite Ehrenmann auf der "Emden", seiner heimlichen Liebe in Deutschland treu.) Die Streicheleinheiten im Wüstensand wären verzichtbar gewesen. Der Film ist stark in der Nahaufnahme – wenn die Kamera über die Gesichter der Emden-Männer gleitet. Dann schimmern genug Gefühle durch – Stolz, Ehrgefühl, Verunsicherung. Der Zweite Weltkrieg ist filmhistorisch verbürgt, aus dem Ersten Weltkrieg gibt es noch spannende Filmgeschichten zu erzählen.
Regisseur Berengar Pfahl hat der Versuchung widerstanden, eine verklärte "Heldengeschichte" zu erzählen. Nicole Ritterbusch hat den Film gesehen und mit dem Regisseur gesprochen:
Filmtipp: Berengar Pfahl "Die Männer der Emden", [3:38]
Nordwestradio-Reporterin Kristin Hunfeld hat den Sohn von Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke, Björn von Mücke, der seit vielen Jahren in Oldenburg lebt, getroffen.
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