Kino-Tipp
So wie Cornelia in die Polizeiwache stürmt, ist gleich klar: Mit der Mittfünfzigerin ist nicht gut Kirschen essen. Die erfolgreiche Innenarchitektin aus der rumänischen Hauptstadt Bukarest mit dem Hang zu teurem Schmuck und edlen Pelzen sucht ihren Sohn Barbu. Dieser hatte nachts bei einem Überholmanöver mit seinem Auto einen 14-jährigen Jungen überfahren und tödlich verletzt. Für Cornelia stellt sich die Schuldfrage nicht. Sie ist es gewohnt, die Zügel in der Hand zu halten. Mutterinstinkte lenken Cornelias Tun. Dabei will Barbu ihre Hilfe gar nicht. Er hat genug von der Dominanz seiner Mutter, von ihren Manipulationen und Bestechungsversuchen.
Der etwas platte deutsche Verleihtitel "Mutter und Sohn" deutet zwar in die richtige Richtung: Auf einen Mutter-Sohn-Konflikt – und einen sehr spannenden dazu. Der rumänische Original-Titel trifft es weitaus besser. Er bedeutet soviel wie "Die Lage des Kindes". Und damit ist das Unfallopfer aus der verarmten Vorstadt ebenso gemeint, wie die Situation des erwachsenen Sohnes Barbu. Denn der will von den Privilegien der Neureichen im post-sozialistischen Rumänien nichts wissen, von den gut vernetzten Seilschaften der Ceaușescu-Ära. "Mutter und Sohn" ist auch eine sozio-politische Abrechnung mit dem jungen EU-Mitglied Rumänien. Wenn Cornelia Barbu dazu anhält, sich mit der Familie des getöteten Jungen zu treffen, dann hat das nichts mit Anteilnahme zu tun oder gar einem Schuldeingeständnis. Es ist reines Kalkül derer, die um ihr Ansehen und damit ihren Besitz fürchten.
Es ist Regisseur Calin Pater Netzer hoch anzurechnen, dass er seine Protagonisten nicht an den Pranger stellt, sie nicht einer Schwarz-Weiß-Betrachtung unterzieht. Barbus Verweigerung, seine Rebellion wirken ebenso echt wie das Bemühen der Mutter, trotz aller Probleme mit dem Sohn, diesen zu schützen wie eine Glucke ihr Küken. Es gibt viele anrührende Szenen in diesem großartigen Film, die unter die Haut gehen. Besonders kurz vor Schluss der knapp zwei Filmstunden, als Barbu und seine Mutter der trauernden Familie des Opfers in die weinenden Augen sehen, das ist zum Steinerweichen.
Jürgen Francke stellt "Mutter und Sohn" vor:
Filmtipp "Mutter und Sohn", [3:37]
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