Kino-Tipp
Nachtzug nach Lissabon
Soviel Spontanität hätte man diesem Langweiler gar nicht zugetraut. Da hält der Schriftgelehrte und Gymnasiallehrer Raimund Gregorius mit festem Griff eine junge Frau vom Selbstmord ab, und wenig später sitzt er im Fernzug von der Schweizer Hauptstadt Bern ins portugiesische Pendant Lissabon. Im Gepäck hat Gregorius den roten Mantel der Lebensmüden und ein kleines Buch des Philosophen Amadeu de Prado, das er in der Manteltasche gefunden hat. In Lissabon angekommen, begibt sich Gregorius umgehend auf Spurensuche. Mit einem ernüchternden Ergebnis.
In der Originalversion von "Nachtzug nach Lissabon" wird durchgängig englisch gesprochen. Dem Briten Jeremy Irons in seiner Rolle als Gregorius bereitet das natürlich keine Schwierigkeiten. Der Gemüsehändler um die Ecke, August Diehl als Anti-Faschist der frühen 70er Jahre oder Martina Gedeck als Optikerin in Lissabon, die sich in den langweiligen Gregorius verliebt: Alle sprechen englisch mit einem Akzent, den der jeweilige Darsteller für portugiesisch hält. Das ist sehr irritierend. In der deutschen Synchronisation behält Bruno Ganz sein Schweizer Idiom bei.
Man könnte nun behaupten, "Nachtzug nach Lissabon" sei ein schöner Film, weil die portugiesische Hauptstadt so reizende Bildmotive liefert. Weil in den vielen Rückblenden der Kampf einer Gruppe Intellektueller Anfang der 70er Jahre gegen das ultra-rechte Regime für etwas Spannung sorgt und weil im ganzen Widerstandstrubel zwei Männer konfliktträchtig um dieselbe Frau buhlen. Der Film plätschert bieder dahin, auch wenn die Hauptfigur Gregorius suggeriert, alles sei so aufregend.
Eine gute Geschichte macht noch lange keinen guten Film. Das trifft auf "Nachtzug nach Lissabon" zu, auch wenn das hochkarätige Ensemble erst einmal vielversprechend klingt. In der Romanvorlage von Pascal Mercier wird Gregorius als sechzigjähriger, kurzsichtiger Glatzkopf beschrieben, der sich in vielschichtige Gedankenwelten begibt. Jemand, der qua seiner Vorstellung im Kopf Geschichte und Gegenwart vereint und Reflexionen über Zufall und Schicksal anstellt. Jeremy Irons in der Hauptrolle tut das nicht. Seine Schlussfolgerungen bleiben uns verborgen.Aus Bille Augusts Versuch, rückschauend die Nelkenrevolution in Portugal im Jahre 1974 mit einem Liebes- und Eifersuchtsdrama zu verbinden, das auch die Jetztzeit überschattet, ist ein unterdurchschnittlicher Film geworden. Großes Kino mit großen Gefühlen ist es jedenfalls nicht.
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