Kino-Tipp
Erich Freytag, gespielt von Jürgen Vogel, kehrt heim
Seit Mitte der 90er Jahre ist Oscar Roehler als Filmregisseur in Erscheinung getreten. Mit "Die Unberührbare", einem Film über seine Schriftsteller-Mutter Gisela Elsner, wurde er bekannt. Sein neuer Film "Quellen des Lebens", eigentlich als TV-Zweiteiler für die ARD konzipiert, erscheint jetzt als fast dreistündige Kinofassung. Jürgen Francke stellt "Quellen des Lebens" vor.
Filmstart "Quellen des Lebens", [3:38]
Als 1947 der ehemals überzeugte Nazi Erich Freytag als Spätheimkehrer aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkommt, ist nichts mehr so wie früher. Zunächst arbeitet Erich am deutschen Wirtschaftswunder der 50er Jahre mit, als Gartenzwerg-Fabrikant. Enkel Robert, der Ich-Erzähler des Films, hat es nicht leicht. Vater Klaus, ein verkrachter Literat und Mitarbeiter eines Verlages, hat nicht viel übrig für seinen Sohn. Mutter Gisela macht eine kurze Karriere als rebellische Schriftstellerin.
Gisela lehnt ihren Sohn Robert regelrecht ab. Sie kann nichts anfangen mit einem Kind. Und mit ihrem Ehemann auch nicht. Sie macht sich aus dem Staub. Roberts Vater hält den Sohn fortan in der Berliner Wohnung wie einen Gefangenen. Seine Einsamkeit wird erst enden, als er zu seinen Großeltern mütterlicherseits gebracht wird. Einer deutschen Wohlstandsfamilie.
Keine schöne Kindheit also für Robert. Und sie wird nicht besser werden. Oscar Roehlers Film "Quellen des Lebens", basierend auf seinem Roman "Herkunft", will Verknüpfungen herstellen, deutsche Verknüpfungen. Dass nach dem Ende des Nationalsozialismus die Gartenzwerge geradewegs in die Idylle weisen, mögen wir als Sarkasmus hinnehmen. Das repressive Bild der 50er Jahre ist eindringlich gezeichnet. Manche haben ihr privates kleines Glück gemacht, andere ein finanzielles, wie die Eltern von Roberts Mutter.
Robert, also Oscar Roehlers alter ego, erscheint wie der Conferencier einer Geschichts-Nummernrevue. Der Film hakt die Stationen deutscher Befindlichkeit ab, und genauso geht er mit seinen Protagonisten um. Das wirkt – trotz einiger durchaus guter Bilder – leblos. Wie an der Schnur aufgereiht. Bis hinein in die späten 70er Jahre. Hinzu kommt ein Schauspielerproblem: Die Darsteller der Großeltern väterlicherseits, Jürgen Vogel und Meret Becker, sind beide Ende der 60er geboren. Sohn Klaus wird gespielt von Moritz Bleibtreu, Geburtsjahr 1971. Trotz der zugegebenermaßen großartigen Maske wirkt es absurd, wenn Bleibtreu zu Meret Becker "Mami" sagt.
"Quellen des Lebens" hat durchaus seine anrührenden Momente, auch starke Szenen, besonders in der Schilderung der 50er und 60er Jahre. Aber letztendlich bleibt die Produktion auf einem seichten Fernsehniveau hängen. Und 174 Minuten Film können sehr lang sein.
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