Porträt
Manfred Hausmann, 1978
Im Jahr 1950 gibt Manfred Hausmann seinen Wohnsitz in Worpswede auf. Er findet ein neues Domizil im Bremer Vorort Rönnebeck. Dort lässt er sich am Steilufer der Weser ein Haus bauen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1986 wird er hier leben, am nördlichen Rand jener Stadt, die in idealer Weise seiner Vorstellung von Urbanität entspricht.
Manfred Hausmann hat Bremen zahlreiche literarische ‘Denkmale’ gesetzt. Das Bild der Stadt kehrt in seinem Werk beständig wieder – vom Frühwerk "Lampioon" bis zu seinem letzten Roman "Kleiner Stern im dunklen Strom" von 1963, der in seinem unmittelbaren Lebensbereich an der Unterweser spielt. Vom intimen Familienleben erzählt ein Buch, das 1949 erscheint und zu einem Bestseller der fünfziger Jahre wird: "Martin – Geschichten aus einer glücklichen Welt". Ein Buch mit heiteren Episoden aus der Kindheit des jüngsten Sohnes Martin, dessen Beschwörung von ‘heiler Welt’ zu einer begehrten Lektüre der Adenauer-Ära wird.
Gespräch mit Manfred Hausmann zum 60. Geburtstag 1958, [4:55]
Regelmäßig beliefert Hausmann den Literaturmarkt mit erbaulichen Prosa-Miniaturen, die ihm eine treue Lesergemeinde sichern: Meditationen über ‘Zeit und Ewigkeit’, die er in Sammelbänden mit programmatischen Titeln veröffentlicht: "Einer muss wachen", "Die Entscheidung", "Tröstliche Zeichen", "Hinter den Dingen". Stets in der Pose des Dichters, der nicht nur schreiben, sondern auch verkündigen will. Seinen weltanschaulich-religiösen Standpunkt beschreibt er in jenen Jahren so:
"Wenn ich nach etwas suche, das meinem Leben im Getriebe der Welt einen Sinn geben soll, dann muss es eine Macht sein, die über dieser Welt steht. Was kann dem Leben einen Sinn geben? Woran glaube ich also? Ich glaube an die Freiheit. Frei, im eigentlichen Sinne des Wortes, ist nur Gott. Aber wunderbarerweise kann der Mensch an der Freiheit Gottes teilnehmen, weil Gott sich in seiner freien Gnade dem Menschen zugewandt hat. Das Teilhaben geschieht durch den Glauben und durch den Gehorsam. Wenn der Mensch nicht mehr seine eigene Freiheit begehrt, sondern im gläubigen Gehorsam ein Knecht Gottes wird, gewinnt er die Freiheit."
Im Jahr 1967 wird er von der reformierten Gemeinde in Bremen-Rönnebeck zum Ältesten-Prediger ordiniert und avanciert in den folgenden Jahren zu einem der gefragtesten Laien-Prediger in ganz Deutschland. Eine Aufgabe, der er sich bis zu seinem 80. Lebensjahr leidenschaftlich widmet. Von schwerer Krankheit gezeichnet verbringt Manfred Hausmann die letzten Lebensjahre zurückgezogen in Bremen-Rönnebeck, wo er am 6. August 1986 stirbt.
Manfred Hausmann
Manfred Hausmann (1898-1986) zählt zu den meistgelesenen deutschen Autoren der Kriegs- und Nachkriegsgeneration. Heute ist er allerdings ein fast Vergessener. Berühmt wurde er durch Romane wie "Lampioon" und "Abel mit der Mundharmonika", mit denen er der Landschaft des deutschen Nordwestens literarische Denkmale gesetzt hat.
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