Porträt: Heinrich Heine
Im Juni 1816 beginnt Heinrich Heine seine Ausbildung im Bankhaus des Onkels und verkehrt bald auch regelmäßig in dessen luxuriöser Villa im Hamburger Vorort Ottensen, einem bevorzugten Treffpunkt der hanseatischen Hautevolee. Heimisch wird er freilich nie in diesem Kreis von Kaufleuten und Honoratioren – den Repräsentanten einer streng normierten Bürgerwelt, deren angriffslustiger Kritiker Heine ein Leben lang sein wird.
Der reiche Onkel
Das Verhältnis zwischen Neffe und Onkel entwickelt sich ganz anders als geplant. Der fehlende Geschäftssinn Heinrichs kann Salomon Heine ebenso wenig begeistern wie sein mangelhafter beruflicher Fleiß. Und erst recht nicht goutiert er die literarischen Neigungen des genialisch veranlagten Neffen, der 1817 in der Zeitschrift "Hamburgs Wächter" seine ersten Gedichte veröffentlicht. Für den zukünftigen Lebensweg des Neffen hat er nur einen lakonischen Kommentar übrig: "Hätt' er was gelernt, so braucht' er nicht zu schreiben Bücher." Gleichwohl blieb Salomon eine maßgebende Person in Heinrich Heines Leben. Schon allein wegen der beachtlichen Apanagen, die er dem Neffen in den folgenden Jahrzehnten zahlen wird. Und dieser sah in ihm zeitlebens ein komplementäres 'alter ego': "Wir haben in Wesen und Charakter viel Aehnlichkeit. Dieselbe störrige Keckheit, bodenlose Gemüthsweichheit und unberechenbare Verrücktheit – nur daß Fortuna ihn zum Millionär und mich zum Gegenteil, das heißt zum Dichter, gemacht, und uns dadurch äußerlich in Gesinnung und Lebensweise höchst verschieden ausgebildet hat."
Der junge Dichter
Im Jahr 1819 wechselt Heine vom Geschäftskontor in die Universität. Er studiert Jura in Bonn, Göttingen und Berlin. Mit Rechtswissenschaft beschäftigt er sich freilich eher beiläufig. Zwar promoviert er 1825 zum Dr.jur., doch seine große Leidenschaft ist die Literatur, in der er bald reüssieren wird. 1827 veröffentlicht der Hamburger Verleger Julius Campe das "Buch der Lieder", mit dem Heine berühmt wird. Ein Jahr zuvor ist "Die Harzreise" erschienen, mit der er den vielgerühmten Zyklus seiner "Reisebilder" beginnt. Es folgen u.a. "Die Nordsee" (1826/27), "Ideen. Das Buch Le Grand" (1827), "Die Bäder von Lucca" (1830) und "Englische Fragmente" (1831).
Heinrich Heine
![Heinrich Heine [Quelle: gemeinfrei] Heinrich Heine [Quelle: gemeinfrei]](/kultur/portraets/heine/heine112_v-mediateaser.jpg)
Heinrich Heine (1797-1856 ) war der bedeutendste deutsche Schriftsteller und Journalist des 19. Jahrhunderts. Er gilt als "letzter Romantiker" und gleichzeitig als ihr Überwinder.
Jetzt läuft
Der kreuzfidele Pessimystiker
Ein Porträt des Schriftstellers Günter Kunert, der mit virtuosem Eigensinn in der Kulturszene beider deutscher Staaten für Furore gesorgt hat. Michael Augustin und Walter Weberzeichnen seine Lebensstationen als Grenzgänger zwischen Ost und West nach. Mehr...
2. Juni, 9:05 Uhr | Nordwestradio
Musikladen
Radio Bremen bringt den Musikladen zum 40. Jubiläum der Sendung in diesem Jahr wieder auf den Schirm. Seit September 2012, wiederholt Radio Bremen TV wöchentlich die Folgen der legendären Sendung mit den Moderatoren Uschi Nerke und Manfred Sexauer. Mehr...
2. Juni, 18:45 Uhr | RB TV
radiobremen.de nun auch mobil
Seit dem 25. Februar 2013 ist der Radio-Bremen-Web-Auftritt unter der Adresse "m.radiobremen.de" auch mobil abrufbar. Mehr...
Der neue Rundfunkbeitrag
Der neue Rundfunkbeitrag löst die Rundfunkgebühr ab. Informationen zum Start 2013 hier. Mehr...
Kultur-Sendungen heute:
22:05 Uhr, Nordwestradio:
Globale Dorfmusik live
23:05 Uhr, Nordwestradio:
Nordwestradio Lounge
Kultur-Podcasts
Kultur-Beiträge hören – wann und wo Sie wollen: Hier werden Ihnen jeweils die neuesten Podcast-Dateien zum direkten Download angeboten. Mehr...
Jetzt auf radiobremen.de
Krise der Gesundheit Nord: SPD fordert Finanzkonzept für städtische Kliniken
Werder Bremen: Sportdirektor plant mit Arnautovic und Elia
Tote Frau im Pflegeheim: Sozialsenatorin fordert mehr Aufmerksamkeit
Neuer Trainer vorgestellt: Robin Dutt: "Werder ist Euphorie pur!"