Porträt: Heinrich Heine
"Ich hatte einst ein schönes Vaterland.
Der Eichenbaum
Wuchs dort so hoch, die Veilchen nickten sanft.
Es war ein Traum."
Nach langwierigen Querelen mit Gegnern und Zensurbehörden geht Heinrich Heine 1831 nach Paris. Längst ist er als scharfzüngiger Kritiker der politischen Zustände in Deutschland berühmt und gefürchtet. Von Frankreich aus wird er in den folgenden Jahrzehnten bis zu seinem Tod im Jahr 1856 seine deutschen Leser mit seinen sprachgewitzten Feuilletons über die Verhältnisse im Nachbarland aufklären (z.B. "Französischen Zustände", 1832).
Wie er umgekehrt auch die Franzosen mit deutscher Poesie und Philosophie bekannt macht – in Büchern wie "Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland" (1835) und "Die Romantische Schule" (1836). Bereits in "Ideen. Das Buch Le Grand" (1827) hatte Heine Napoleon die Reverenz erwiesen, dessen Gewaltherrschaft er ablehnte, den er aber ein Leben lang als "Befreier Europas und der Juden" in Ehren hielt: "Napoleon: Er war nicht von jenem Holz, woraus man die Könige macht. Er war von jenem Marmor, woraus man die Götter macht."
Wie kein anderer deutscher Autor sorgte Heine in Paris für Furore. Wenige sind hier so populär geworden wie er. Dennoch ist sein Spätwerk geprägt von ironisch-lyrischen Sehnsuchtsbekungen nach der deutschen Heimat. Etwa in den berühmten Anfangsversen von "Deutschland – Ein Wintermärchen" (1843):
"Im traurigen Monat November war's,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.
Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begunnen zu tropfen.
Und als ich die deutsche Sprache vernahm,
Da ward mir seltsam zumute;
Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
Recht angenehm verblute."
Das letzte Lebensjahrzehnt Heines ist überschattet von schwerer Krankheit, die er in der "Matratzengruft" seiner Pariser Wohnung erduldet. In ungebrochener geistiger Frische schreibt er dennoch Buch um Buch: den letzten großen Lyrikband "Romanzero" (1851), die "Memoiren" und "Geständnisse" sowie sein politisches Vermächtnis "Lutetia" (1854). Heinrich Heine stirbt am 17. Februar 1856 in Paris. Die treffendste 'Grabinschrift' für ihn schrieb gut dreißig Jahre später Friedrich Nietzsche: "Den höchstmöglichen Begriff vom Lyriker hat mir Heinrich Heine gegeben. Ich suche umsonst in allen Reichen der Jahrtausende nach einer gleich süßen und leidenschaftlichen Musik. Er besaß jene göttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommene nicht zu denken vermag." (Ecce Homo 1888)
Heinrich Heine
![Heinrich Heine [Quelle: gemeinfrei] Heinrich Heine [Quelle: gemeinfrei]](/kultur/portraets/heine/heine112_v-mediateaser.jpg)
Heinrich Heine (1797-1856 ) war der bedeutendste deutsche Schriftsteller und Journalist des 19. Jahrhunderts. Er gilt als "letzter Romantiker" und gleichzeitig als ihr Überwinder.
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