Neues Denkmal in Bremen
Am 22. Mai 2012 wäre der 125. Geburtstag von Wilhelm Kaisen gewesen. Die gleichnamige Stiftung und die Bürgerhilfe haben extra für diesen Tag ein Denkmal in Auftrag gegeben, das von der Oldenburger Bildhauerin Christa Baumgärtel angefertigt wurde. In den Wallanlagen wurde es aufgestellt und feierlich enthüllt
Wer ihn kannte beschreibt Wilhelm Kaisen, Bremens ersten Bürgermeister nach dem zweiten Weltkrieg, als pragmatischen, volksnahen und vor allem bescheidenen Politiker. Am Dienstag wäre sein wäre 125. Geburtstag gewesen. Zur Feier des Tages wurde in den Wallanlagen ein Denkmal enthüllt das an sein Lebenswerk erinnern soll. Seine Tochter Ilse war auch dabei.
Sein Name hat sich bei uns in Bremen im Alltag eigentlich schon verewigt. Es sind eine Brücke, eine Allee und eine Schule nach ihm benannt. In Bremerhaven ein Platz und ein Containerterminal. Es gibt also jede Menge Orte, an denen wir uns an den ehemaligen Senator und Bürgermeister Wilhelm Kaisen erinnern können. Zu seinem 125. Geburtstag kommt in diesem Jahr noch ein Denkmal dazu. Den Zuschlag für das Denkmal hat damals Christa Baumgärtel für ihr Modell bekommen.
Christa Baumgärtel hat 1985 schon eine Büste von Kaisen geschaffen. Damit ist der zweite Denkmal-Auftrag sozusagen ein Wiedersehen unter Bekannten: "Er ist mir schon sehr nahe, muss ich sagen. Außerdem hat er sehr viel Ähnlichkeit mit meinem Opa. Von daher habe ich von Anfang an eine sehr nahe Beziehung zu ihm gehabt, obwohl ich ihn persönlich nie kennengelernt habe", sagt die Bildhauerin.
Nur fünf Monate liegen zwischen der Auftragsvergabe, bis zur abdrucksfertigen Figur in Lebensgröße. Fast ununterbrochen hat die Oldenburger Bildhauerin gearbeitet, sogar an Silvester. Eigentlich nimmt sie sich für so einen Auftrag doppelt so viel Zeit. Ist sie denn zufrieden? "Doch ja, eigentlich bin ich zufrieden. Sonst geht es nicht. Ich kann nicht irgendwas abgeben, wo ich denke, da müsste noch etwas dran gemacht werden", findet die Künstlerin. Ein Bremer Werk soll es sein: Wilhelm Kaisen als Patron des Wiederaufbaus des Landes. Das zerstörte Bremen im Rücken, den Blick nach vorne, auf den Aufbau gerichtet. So sollen er am Herdentor in der Innenstadt stehen.
Christa Baumgärtel zeigt Fotos ihrer Arbeit. Alle Arbeitsschritte hat sie dokumentiert. Ulrich Mosel von der Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe entdeckt Bilder, die nach übelster Misshandlung aussehen. Ein gehängter Wilhelm Kaisen ist dort zu sehen: "Ja, ich habe ihn an die Decke gehängt. Ich hatte immer Panik, ich komme und er liegt am Boden", lacht die Künstlerin. Fast ein halbes Jahr von Angesicht zu Angesicht mit dem ehemaligen Bürgermeister. Eine intensive Zeit, an die im Atelier bald nur noch die Fotos erinnern. Wird er der Bildhauerin fehlen? "Ja, es wird hier schon eine Lücke geben, wenn er weg ist. Aber ich habe ja die Chance ihn, wieder zu sehen und ich werde ihn in Bremen schon mal häufiger besuchen", sagt sie. Herr Kaisen, für Sie heißt es nun Abschied nehmen von Oldenburg. Morgen fahren Sie nach Worpswede (Kreis Osterholz) und werden in Bronze gegossen.
So soll das fertige Denkmal aussehen.
Die Gesamtkosten von 130.000 Euro sollen durch Spenden finanziert werden: "Ein Euro, fünf Euro, zehn Euro, auch größere Beträge dürfen es sein, aber breit getragen, von vielen Bremerinnen und Bremern, die sagen: Kaisen wollen wir in der Stadt haben!", erklärt Christian Weber von der Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe.
Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe
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![Wilhelm Kaisen mit seiner Frau [Quelle: Radio Bremen] Wilhelm Kaisen mit seiner Frau [Quelle: Radio Bremen]](/kultur/wilhelm-kaisen108_v-mediateaser.jpg)
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