Porträt
Geboren wird Günter Kunert am 6. März 1929 in Berlin. Die entscheidenden Jahre seiner Kindheit und Jugend verlebte er im Schatten des Hakenkreuzes. Als Sohn einer jüdischen Mutter und eines so genannten "arischen" Vaters gilt er in Hitler-Deutschland als "Mischling ersten Grades". Das Leben im Dritten Reich ist für Günter Kunert und seine Mutter stets mit der Gefahr verbunden, dem Rassenwahn der Nazis zum Opfer zu fallen. Nur mit viel Glück entgehen beide der Vernichtung. Kunerts Freund Ralph Giordano, ebenfalls Sohn einer jüdischen Mutter, charakterisiert das gemeinsame Schicksal so: "Was uns miteinander verbindet, ist unser Schicksal in der Nazizeit. Wir fielen beide unter die so genannten ‚Nürnberger Rassengesetze zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre‘, die Vorstufe für den Holocaust, für den Völkermord an den Juden im deutsch besetzten Europa während des Zweiten Weltkrieges. Unvergesslich natürlich diese Zeit. Von uns beiden über unser ganzes Leben nach der Befreiung hin publizistisch bearbeitet – und das wird auch so bleiben bis zu unserem letzten Atemzug."
Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches beginnt Günter Kunert zunächst ein Grafik-Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin. Doch rasch wird die Schriftstellerei zu seiner großen Leidenschaft. Erste literarische Meriten erwirbt er sich mit Gedichten für das Satiremagazin "UIenspiegel". Gefördert wird er von zwei völlig unterschiedlichen Autoren, die in der Frühgeschichte der DDR eine wichtige Rolle spielen. Johannes R. Becher, der spätere DDR-Kulturminister, vermittelt 1950 die Publikation von Kunerts erstem Lyrikband. Bertolt Brecht wiederum beteiligt ihn an der Arbeit an seinem "Kriegstagebuch" von 1955.
1949 wird Günter Kunert Mitglied der SED, ohne sich allerdings erkennbar in der Partei zu engagieren. Dennoch avanciert er in den folgenden Jahrzehnten zu einem der erfolgreichsten und meistgelesenen Autoren der DDR. In den sechziger Jahren gerät er wegen seiner kritisch-pessimistischen Haltung zum "Real-Sozialismus" zunehmend ins Visier der Staatssicherheit. Den Alltag im Stasi-Land DDR beschreibt Kunert im Rückblick so:
"Es war einem klar, dass das Telefon abgehört wird, das war logisch. Es knackte ja immer, wenn man telefonierte und man sagte: "Ja, hallo, ja … Die Post war immer geöffnet. Das merkte man daran, dass sie schlecht verklebt war. Die Stasi hatte offenkundig schlechten Leim, denn immer waren die Briefe mit angeklebt im Couvert. In den Akten bin ich eben mit allen diesen schönen Begriffen versehen, wie feindlich und gegnerisch, also alles was man sich vorstellen kann, was einem sonst auch manchmal an den Kopf geworfen wurde, das ist also auch in den Akten. Und in den Berichten der Spitzel ist das natürlich auch alles vorhanden. Es waren ja 37 inoffizielle Mitarbeiter, denen ich Lohn und Brot gegeben habe sozusagen. Und die dann eifrig berichtet haben. Es waren meist Lektoren, Kollegen oder Verleger, also mit denen ich praktisch zu tun hatte. Glücklicherweise niemand in der Familie meiner Frau, keine engeren Freunde, sondern eben Außenstehende."
F.C. Delius
Ebenso misstrauisch werden seine zahlreichen "West-Kontakte" beäugt. Mit seiner Frau Marianne, die er 1952 geheiratet hat, führt Kunert ein weltoffenes Haus, in dem zahlreiche Schriftsteller-Kollegen zum freimütigen Gedankenaustausch ein- und ausgehen: Hans Bender, Nicolas Born, F.C. Delius, Michael Krüger und viele andere. Trotz seiner oppositionellen Haltung darf der international hoch angesehene Kunert ins westliche Ausland reisen, in den Jahren 1972/73 als Gastprofessor der University of Texas in Austin oder 1975 als "Writer in Residence" der University of Warwick in England.
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