Porträt: Thomas Mann
"Meine Bücher sind unverkennbar deutsch ... Sie können nur von einem Deutschen sein, und ich möchte das Ding auf die Spitze stellen und hinzufügen: nur von einem Lübecker." Mit diesen Worten charakterisierte Thomas Mann sein Werk und die eigene Befindlichkeit am 20. Mai 1955 in der Ansprache anlässlich der Verleihung des Ehrenbürgerrechts seiner Vaterstadt. Knapp drei Monate vor seinem Tod ließ der 79jährige darin noch einmal unvergessliche Kindheits- und Jugenderinnerungen Revue passieren.
Geboren wurde Thomas Mann am 6. Juni 1875 in Lübeck als zweiter Sohn des Handelsherrn und nachmaligen Senators Thomas Johann Heinrich Mann und seiner Frau Julia, geb. da Silva-Bruhns. Wie für den älteren Bruder Heinrich Mann (1871-1950) ist die Erfahrung des großbürgerlich-hanseatischen Milieus mit allen seinen Widersprüchen prägend geworden für sein literarisches Œuvre. Auf geniale Weise hat Thomas Mann diese Lebenswelt in den "Buddenbrooks" (1901) dargestellt - dem großen Lübeck-Roman, der in ironisch gebrochener Form die eigene Familiengeschichte behandelt.
"Man wird sich diesen Namen unbedingt merken müssen", schrieb der damals in Worpswede bei Bremen lebende Rainer Maria Rilke beim Erscheinen der "Buddenbrooks" in einer Rezension für das "Bremer Tageblatt", die zur Eloge auf den außergewöhnlichen jungen Romanautors geriet: "Mit einem Roman von elfhundert Seiten hat Thomas Mann einen Beweis von Arbeitskraft und Können gegeben, den man nicht übersehen kann. (...) Thomas Mann fühlte ganz richtig, dass er, um die Geschichte der Buddenbrooks zu erzählen Chronist werden müsse, d.h. ruhiger und unerregter Berichterstatter der Begebenheiten, und dass es sich trotzdem darum handeln würde, Dichter zu sein und viele Gestalten mit überzeugendem Leben, mit Wärme und Wesenheit zu erfüllen. Er hat beides in überaus glücklicher Weise vereint, indem er die Rolle des Chronisten modern aufgefasst hat. (...) Und neben der kolossalen Arbeit und dem dichterischen Schauen ist diese vornehme Objectivität zu loben; es ist ein Buch ganz ohne Ueberhebung des Schriftstellers. Ein Act der Ehrfurcht vor dem Leben, welches gut und gerecht ist, indem es geschieht."
Das "Buddenbrookhaus" in der Lübecker Meng-Straße, in dem große Teile des Romans spielen, ist seit 1993 Sitz des "Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrums". Längst eine Kultureinrichtung von internationalem Rang, die sich mit Dauer- und Wechselausstellungen sowie einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm der Geschichte der Familie Mann widmet.
Thomas Mann
![Thomas Mann [Quelle: DPA] Thomas Mann [Quelle: DPA]](/kultur/portraets/dpa1520_v-mediateaser.jpg)
Kein anderer deutscher Schriftsteller des 20. Jahrhunderts hat eine derartige Weltgeltung erreicht wie Thomas Mann (1875-1955). Mit seinen Romanen, Erzählungen, Novellen und Essays wurde er zum kritischen Chronisten europäischer Geschichte vom Kaiserreich bis zur Ära des Kalten Krieges.
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