Porträt
"Ich weiß, ich werde nicht sehr lange leben. Aber ist das denn traurig. Ist ein Fest schöner, weil es länger ist? Und mein Leben ist ein Fest, ein kurzes, intensives Fest. (...) Und wenn nun die Liebe mir noch blüht, vordem ich scheide, und wenn ich drei gute Bilder gemalt habe, dann will ich gern scheiden mit Blumen in den Händen und im Haar."
Wie eine Vorahnung ihres frühen Todes lesen sich die Zeilen, die Paula Modersohn-Becker am 26. Juli 1900 in ihr Tagebuch schrieb. Als sie sieben Jahre später starb, war sie gerade mal 31 Jahre alt, und hatte doch in ihrem kurzen Leben ein künstlerisches Werk geschaffen, das einmalig in der Kunstgeschichte ist und heute als bahnbrechend für die Entwicklung der Moderne in Deutschland gilt.
Das Elternhaus von Paula Modersohn-Becker stand in Dresden – in der Friedrichstadt, einem vom industriellen Aufbruch geprägten Viertel. Vom Geburtshaus, in dem sie am 8. Februar 1876 das Licht der Welt erblickte, ist heute nichts mehr zu sehen. Paula war das dritte von sieben Kindern. Der Vater Carl Woldemar Becker (1841-1901) stammte aus Odessa und ergriff den Beruf des Eisenbahningenieurs. Die Mutter Mathilde war eine geborene von Bültzingslöwen und entstammt einem alten thüringischen Adelsgeschlecht. Paula wuchs in einem Elternhaus auf, in dem man sich lebhaft für Kunst, Literatur und Musik interessierte. Noch in ihrem Geburtsjahr Jahr zog die Familie des Eisenbahningenieurs Becker ins Haus Friedrichstraße Nr. 29, wo Paula ihre Kindheit verbrachte.
Im Jahre 1888 verlor Woldemar Becker seine Stellung bei der "Berlin-Dresdner-Eisenbahngesellschaft" und trat in den Dienst der "Preußischen Eisenbahnverwaltung im Bremischen Staatsgebiet". Der Wechsel von der sächsischen Kulturmetropole Dresden in die norddeutsche Handelsstadt Bremen war ein deutlich spürbarer Einschnitt für die 12-jährige Paula und ihre Familie. Man bezog das Haus Nr. 29 an der Schwachhauser Chaussee (heute Schwachhauser Heerstraße), das unmittelbar am Bahndamm lag. Bald waren Kontakte zum gesellschaftlichen Leben Bremens geknüpft und besonders zu Künstlern unterhielt man enge Kontakte.
Hille Darjes über ihre Großtante Paula Modersohn-Becker, [7:14]
Maria Heide-Backhaus über Paula Modersohn-Becker in Bremen, [4:12]
Woldemar Becker wurde Mitglied des Bremer Kunstvereins und man kann annehmen, dass Paula durch häufige Besuche der Bremer Kunsthalle erste künstlerische Impulse erhielt. Schon als junges Mädchen durfte sie in Bremen Malunterricht nehmen und – von den Eltern gefördert – die Studien in Berlin und England fortsetzen. Mit deutlich weniger Enthusiasmus absolvierte sie in den Jahren 1893-95 eine Ausbildung als Lehrerin, die sie auf Initiative des Vaters begonnen hatte. In der Bremer Kunsthalle machte Paula Modersohn-Becker ihre erste nachhaltige Bekanntschaft mit den Bildern der nachmalig berühmten Malerkolonie Worpswedes. Im Frühjahr 1895 fand hier ein große Ausstellung mit Werken von Fritz Mackensen, Hans am Ende, Heinrich Vogeler, Fritz Overbeck und Otto Modersohn statt, über die Paula begeistert in einem Brief an ihren Bruder Kurt vom 27. April 1895 berichtete:
"Diese Woche war ich eine eifrige Besucherin der Kunsthalle. Hast Du, wie Du hier warst von den Worpsweder Malern gehört? Natürlich! Die haben jetzt ausgestellt und wirklich einige ganz famose Sachen. Du hörtest gewiß auch von der Haidepredigt, die der eine von ihnen, Mackensen, in einem eigens dafür gebauten Glaswagen, malte. Dies ist ein riesig interessantes Bild. (…) Das einzige, was ich nicht ganz verstehen kann, ist die Perspektive. (…) Weißt Du, das ganze scheint sich nach unten zu senken, als ob es fiele? (…) Sonst interessierte mich noch riesig ein Modersohn. Der hat die verschiedenen Stimmungen in der Heide so schön geschildert, sein Wasser ist so durchsichtig und die Farben so eigenartig."
Paula Modersohn-Becker: Von Worpswede in die weite Welt
Von Worpswede nach Paris
Paula Modersohn-Becker: Stationen einer Malerin von Welt
![Paula Modersohn-Becker [Quelle: Radio Bremen, Walter Weber] Paula Modersohn-Becker [Quelle: Radio Bremen, Walter Weber]](/kultur/portraets/modersohn-becker/paula102_v-mediateaser.jpg)
Paula Modersohn-Becker war eine der bedeutendsten Vertreterinnen des frühen Expressionismus. In den knapp vierzehn Jahren, in denen sie künstlerisch tätig war, schuf sie 750 Gemälde, etwa 1.000 Zeichnungen und 13 Radierungen, die die bedeutendsten Aspekte der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in sich vereinen.
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