Franz Radziwill
Plötzlich ist Franz Radziwills Kunst gefragt. Er ist jetzt wieder wer in Dangast. Er kann sich was erlauben. Die Nachfrage nach Radziwills ist groß, kaum zu befriedigen. Gerade die Gemälde mit den mystischen Gestalten, die den Himmel des Spätwerks bevölkern, finden reißenden Absatz. Franz Radziwill hilft etwas nach und malt das Gewünschte auf ältere, bis dahin kaum verkaufbare Werke. Markieren die Übermalungen die Unterwerfung eines Künstlers unter die Konjunkturen des Kunstmarkts? Oder sind sie einfach Spökenkiekerei?
Der Maler selber war da ebenso pragmatisch wie selbstbewusst, erinnert sich seine Tochter Konstanze: "Das hat er kommentiert, weil er ja öfter auch danach gefragt wurde, und es auch Leute gab, die das ganz unglaublich fanden. Woraufhin er dann sagte: Letzten Endes bin doch ich derjenige, der das Bild gemalt hat und verantwortet, und ich male nicht für die Kunsthistoriker, sondern für die Menschen, die sich daran freuen sollen oder dadurch provoziert werden sollen. Ob es ein gutes Bild ist oder nicht, und wann es fertig ist, das entscheide immer noch ich!"
1972 malt Franz Radziwill sein letztes Bild – seine Augen spielen nicht mehr mit. Er leidet am Grünen Star. Schlechte Bilder aber wolle er nicht malen, sagt er. Und hört auf. In seinem letzten Lebensjahrzehnt erntet der Künstler die Früchte seines Schaffens. Man hängt ihm Orden um. Man widmet ihm Retrospektiven. Am 12. August 1983 stirbt er in einem Wilhelmshavener Krankenhaus.
Franz Radziwill
Franz Radziwill (1895-1983) ist einer der großen Einzelgänger in der deutschen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Der in Bremen aufgewachsene Maler ließ sich zunächst vom Expressionismus der "Brücke" anregen und entwickelte in den zwanziger Jahren seine eigene Bildsprache, den "magischen Realismus".
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