Franz Radziwill
Im Zweiten Weltkrieg wird Franz Radziwill noch einmal eingezogen, kann aber erreichen, dass er die letzten Kriegsjahre bei der Feuerwehr in Wilhelmshaven Dienst tut. 1942 stirbt seine Frau Johanna-Inge. Dieser Schlag und die militärischen Niederlagen Hitlerdeutschlands bringen Radziwill in Distanz zum Regime. In Bremen erlebt er die Zerstörung der westlichen Stadtteile. 1945 wird er zum Volkssturm eingezogen, gerät in britische Gefangenschaft, kann aber schon im April fliehen und sich nach Dangast durchschlagen.
Selbstportrait des Malers Franz Radziwill (1895-1983) aus dem Jahre 1944. Das Bild ist Teil der neuen Sonderausstellung "Radziwill" in der Kunsthalle Emden.
Die folgenden Jahre sind wohl die bittersten und kärgsten im Leben des Künstlers. Seine Bilder werden kaum noch ausgestellt, der Maler wird gründlich vergessen. Konstanze Radziwill, die Tochter aus zweiter Ehe, erinnert sich an diese karge Zeit so: "Er hat ja in meiner Kindheit, ich selber bin Jahrgang 47, mindestens zehn Jahre, wenn nicht länger, eigentlich bis Ende der 50er Jahre, hat er praktisch nichts verkauft an Vertreter des offiziellen bundesrepublikanischen Kulturbetriebs.
Konstanze Radziwill
Also sprich: Museen, an Galerien ganz selten, an Privat schon auch, hin und wieder da gab es immer wieder gute Freunde, auch hier Bauern sogar, dann gab´s so´n Naturaltausch, gegen halbe Schweine wurden Stillleben verrechnet, alles sehr genau mit Buchführung. Auch bei Schuhverkäufern oder Bäckern. Aber im offiziellen Kunstgeschehen galt er als tot. Und machte dann auch immer mal so Reisen, ein, zweimal im Jahr, wo er dann bei Kurgästen übernachtete, wir vermieteten eben, weil wir sonst gar nicht genügend Geld gehabt hätten. Hotel oder so was konnte er sich überhaupt nicht leisten, und schlief dann bei Kurgästen und besuchte von dort aus auch Museumsleute. Und das Übliche war, dass er dann empfangen wurde: "Was, Sie leben auch noch?!"
Franz Radziwill
Franz Radziwill (1895-1983) ist einer der großen Einzelgänger in der deutschen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Der in Bremen aufgewachsene Maler ließ sich zunächst vom Expressionismus der "Brücke" anregen und entwickelte in den zwanziger Jahren seine eigene Bildsprache, den "magischen Realismus".
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