Porträt
Heinrich Vogeler - man kennt ihn als romantischen Maler und Graphiker, als wesentlichen Vertreter des Jugendstils und prominenten Bewohner des Künstlerdorfes Worpswede. Doch er war auch Revolutionär, Pazifist, Utopist.
Geboren wurde er als Johann Heinrich Vogeler am 12. Dezember 1872 in Bremen. Sein Vater war ein erfolgreicher Eisenhändler, die Familie bewohnte ein stattliches Haus in der östlichen Vorstadt. Nach einem Kunststudium in Düsseldorf ging Vogeler nach Worpswede, wo er sich 1895 einen alten Bauernhof kaufte, den er nach den Prinzipien des Jugendstils umbaute und ausstattete. Nicht nur das Haus, auch das Inventar, Möbel, Tapeten als auch Haushaltsgegenstände wie Geschirr, Tafelsilber, Leuchten und Spiegel, selbst der Garten wurde von ihm gestaltet.
Bildergalerie: Heinrich Vogeler
Er nannte das Haus "Barkenhoff" und verwandelte es in ein Künstlerdomizil. Die Jugendstil-Villa wurde zum Treffpunkt für Intellektuelle und Künstler. Vogeler wohnte dort mit seiner Frau Martha. Hier kamen die drei Töchter Mieke, Mieke, Helene und Mascha zur Welt. Nach der Trennung von Martha gründete Vogeler 1919 die Kommune und Arbeitsschule Barkenhoff. Eine Metall- und eine Holzwerkstatt sollte den Bewohnern Arbeit und Brot verschaffen, der Garten diente fortan der Selbstversorgung.
1923 geriet das Projekt "Arbeitsschule" in finanzielle Schwierigkeiten, der Barkenhoff wurde vorübergehend zum Kinderheim und erhielt finanzielle Unterstützung. 1924 verkauft Vogeler das Gebäude der Roten Hilfe. 1932 musste das Kinderheim geschlossen werden.
Der Barkenhoff hat eine wechselvolle Geschichte.
In den 1980er Jahren erlebte der Barkenhoff eine Wiedergeburt. Fast wäre das historische Gelände in teure Parzellen für Appartementhäuser verwandelt worden, nun aber entstanden in den wieder auf- und ausgebauten Remisen Künstlerateliers und Wohnungen für Stipendiaten. Junge Künstler zogen ein, deren Werke in den alten Parkanlagen das geistige Terrain zurückeroberten, im humorvollen Wechselspiel mit der Natur oder in provokativem Kontrast, darin den Werken und den Künstlern ähnlich, die vor einem Jahrhundert in dieses abgelegene Moordorf gekommen waren.
Wiedereröffnung des Barkenhoff in Worpswede, [3:01]
Beitrag vom 11. Dezember 2004
Barkenhoff-Stiftung
Wohnhaus von Martha Vogeler und den drei Töchtern: Mieke, Helene und Mascha.
1920 trennte sich das Paar Vogeler und Martha zog mit ihren Kindern und ihrem Freund Ludwig Bäumer in das Haus im Schluh. Die alte Moorkate stand ursprünglich im Dorf Lüningsee; mit Vogelers finanzieller Unterstützung ließ sie es nach Worpswede versetzen und dort wieder aufbauen. Das Anwesen ist bis heute in Familienbesitz. Dort ist auch der Sitz der Heinrich-Vogeler-Stiftung.
Weiterlesen:
Von Worpswede nach Kasachstan
Vor 70 Jahren starb Heinrich Vogeler im sowjetischen Kasachstan
Heinrich Vogeler
![Heinrich Vogeler [Quelle: gemeinfrei] Heinrich Vogeler [Quelle: gemeinfrei]](/kultur/portraets/vogeler/vogeler124_v-mediateaser.jpg)
Johann Heinrich Vogeler wurde am 12. Dezember 1872 in Bremen geboren. Er war ein bedeutender Jugendstilkünstler, Maler, Grafiker, Architekt, Designer, Pädagoge und Schriftsteller. Aufgrund seiner sozialistisch-kommunistischen Gesinnung stand er während der NS-Zeit auf der Todesliste der SS. Sein Lebensweg endete tragisch im sowjetischen Exil. Er starb am 14. Juni 1942 im Krankenhaus Kolchos Budjonny bei Kornejewka, Karaganda, Kasachstan.
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