Theater am Goetheplatz
Szene aus "Così Fan Tutte"
Es ist diese feinperlige, mediterran-leichte Musik Mozarts, die den Zuschauer sofort in ihren Bann zieht. Doch während das Ohr die Klänge genießt, wird das Auge irritiert. Die Bremer Philharmoniker sitzen nicht im Orchestergraben – wie üblich, sondern gut sichtbar auf der Vorbühne. Die Sängerinnen und Sänger bewegen sich in einem engen Kreis um die Musiker herum. Auf der Hauptbühne rotieren derweil einige riesige Ventilatoren. Für Regisseur Laurent Chétouane ist der Wind Symbol für Freiheit und Wandel. "Wind ist für mich eine Metapher für den Lauf der Geschichte, der Wind, der Sturm der Geschichte, und Wind ist die Unberechenbarkeit und die Explosion des Begehrens."
"Così Fan Tutte" – das heißt wörtlich übersetzt: "So machen's alle". Die Geschichte ist schnell erzählt: Zwei junge Offiziere gehen mit einem befreundeten Philosophen eine heikle Wette ein. Die beiden sind verlobt mit zwei Schwestern und wetten, dass die Treue ihrer Frauen unerschütterlich sei. In einer Versuchsanordnung verkleiden sie sich als reiche Fremdlinge. Nach einigem hin und her schaffen sie es tatsächlich, die Geliebte des jeweils anderen zu verführen. Ein teuflisches, doppelbödiges Spiel um Vertrauen und Verrat.
Regisseur Laurent Chétouane, geboren 1973 in Frankreich, wird zu den wichtigsten Künstlern der zeitgenössischen Theater- und Tanzszene gezählt. Er spickt diese Oper mit Verweisen auf die revolutionäre Zeit, in der sie entstand. Vor allem die rebellische Kammerzofe Despina, wunderbar gesungen und gespielt von Marysol Schalit, symbolisiert die Spannungen zwischen Aristokratie und Proletariat am Ende des 18. Jahrhunderts.
Zu Laurent Chétouanes Markenzeichen gehört, dass er die Zuschauer nicht ablenken, sondern mit sich selbst konfrontieren will. So legt er auch in dieser Inszenierung Wert darauf, dass jeder Darsteller aus seiner Rolle tritt und seine Gesten wie fremdbestimmt wirken. Das führt dazu, dass die eigentlich spielfreudigen Sängerinnen und Sänger immer wieder mit ratlosem Gesichtsausdruck in den Zuschauerraum blicken. Schade, denn dadurch wirken sie wie ausgebremst. Das gilt auch für die Mezzosopranistin Ulrike Meyer, die hier mit warmer, runder Stimme eine der beiden Schwestern spielt. Sie gibt mit dieser Partie ihr Debüt im Bremer Ensemble.
Die Sängerinnen und Sänger, allen voran die großartige Nadine Lehner, ebenso wie die Bremer Philharmoniker unter der Leitung von Clemens Heil, und auch der Chor brillieren auf höchstem Niveau. Und die Regie? Die symbolische Bedeutung der Ventilatoren auf der Bühne erschließt sich ebenso wenig wie das ständige Herumwedeln mit den blau-weiß-roten Insignien der französischen Revolution. Das Publikum reagierte entsprechend: Jubel und donnernder Applaus für Solisten, Orchester und Chor. Ein Gewitter aus saftigen Buhrufen für Regisseur Laurent Chétouane. Trotz allem ist es ein schöner, sehenswerter Abend.
Premiere: "Così Fan Tutte" im Theater Bremen, [3:44]
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