Theater Bremen
Nadine Geyersbach und Bremer Philharmoniker auf der Bühne des Stücks "Mahler III"
Regisseur Benedikt von Peter ist immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Zugängen. Diesmal führt er das Publikum zunächst auf die düstere Bühne. Das Orchester ist hinter einer Wand versteckt, die erst später fällt. Von Peter will Musik erfahrbar machen. Und die 3. Sinfonie Gustav Mahlers bietet sich dafür aufgrund ihrer philosophischen Dimension an. Im Zentrum steht der Leitsatz "Vater sieh die Wunden mein, niemand soll verloren sein", mit dem Mahler selbst seine Sinfonie überschrieben hatte. Gustav Mahler hatte die Sinfonie 1895/96 in seinem Komponierhäuschen am Attersee geschaffen. In der abgeschiedenen Schönheit der österreichischen Alpenlandschaft komponierte er ein Musikwerk, das die zersplitterte Seele des Menschen und seine Sehnsucht nach Erlösung und Transzendenz in den Mittelpunkt stellt.
Herausgekommen ist ein gigantisches Raumerlebnis. Der ganze Theatersaal wird bespielt. Die szenische Installation schafft Raum für Assoziationen. Mitten im Zuschauerraum ist Mahlers Komponierhäuschen nachgebaut. Auf rundherum angebrachten Videoleinwänden flackern Filmschnipsel: Winkende Bergtouristen, scheue Rehkitze, Wandergruppen, aber auch spektakuläre Bilder von Überschwemmungen und anderen verheerenden Naturkatastrophen. Als zentrale Figur begleitet uns eine stumme Schauspielerin im weißen Kapuzen-Overall durch den Abend. Ab dem 4. Satz kommt Gesang ins Spiel. Die einzige Solopartie wird wunderbar gesungen von Nadja Stefanoff.
Die Musik Mahlers ist vielschichtig und komplex. Die Bremer Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Markus Poschner bewältigen die Anforderungen bravourös. Poschner ist fasziniert von dem Kosmos der Musik Gustav Mahlers und ihrer Aktualität. "Mahlers Musik empfinde ich als vollkommen zeitlos. Das ist nicht nur ein Welterklärungsversuch, sondern er versucht die Gesellschaft zu spiegeln. Ihn zu filtern, sich zurückzuwerfen auf sich selbst. Seine Musik befragt sich nach seinem eigenen Grund und das ist komplett neu."
Gegen Ende der knapp zweistündigen Vorstellung schiebt sich das Orchester auf seiner beweglichen Plattform ganz nach vorne an die Bühnenrampe. Der 6. und letzte Satz der Sinfonie, in dem die Heilung, die Versöhnung Wirklichkeit werden, gehört ganz der Musik und entwickelt durch diese Konzentration einen starken Sog. Der Versuch, den Zuschauer mitzunehmen auf eine emotionale Reise, gelingt mit diesem Abend beeindruckend. Das Publikum dankte mit frenetischem Applaus und standing ovations; allerdings gab es für das Regieteam auch einige Buhrufe. Möglicherweise deshalb, weil die szenischen Einfälle ein wenig von der Musik ablenken können. Doch der Ansatz, diese wunderbare Sinfonie Mahlers auf neue Art erspürbar zu machen, ist geglückt. Ein Musiktheatererlebnis, das man nicht verpassen sollte.
Premiere "Mahler III" am Theater Bremen , [3:21]
Beitrag von Margit Ekholt
Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 3 d-moll für Altsolo, Knaben- und Frauenchor und Orchester
Video: Theater Bremen rockt Mahler, [4:40]
Buten un Binnen-Beitrag von Ulla Hamann
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