Oldenburgisches Staatstheater
Am Oldenburgischen Staatstheater hatte "Marx macht mobil" Premiere. In dem "revolutionären Liederabend" singen sich acht Schauspielerinnen und Schauspieler durch die Lieder vergangener politischer Bewegungen. "Egal ist keine Haltung": Das könnte das heimliche Motto der Uraufführung von Christoph Iacono und K.D. Schmidt sein, findet Stefanie Riepe.
Einmal durch die Revolutionsgeschichte: Widerstandslieder, Hymnen und Sozialkritik
"Revolution ist die ruckartige Nachholung verhinderter Entwicklung", sagt ein Kneipenwirt, der mit seinem Rauschebart aussieht wie Karl Marx. Seine Gäste singen nach und nach eine Reihe von Revolutionsliedern vergangener Epochen. Es wirkt wie die Kneipe der ewig Gestrigen. Auch das Mobiliar hat schon bessere Zeiten gesehen. An den Wänden hängen Fotos von aktuellen Politikern mit Bierglas in der Hand. Und dann wird es schunkelnd gemütlich wie in der Operette vom "Weißen Rößl". Eine Frau kommt mit drei großen Taschen von ihrem Einkaufsbummel und stimmt die DDR-Hymne "Auferstanden aus Ruinen" an.
Diese Lieder mit den poetischen Texten eines vergangenen Lebensgefühls haben unter dem historischen Kontext deutlich gelitten, sagt Regisseur K. D. Schmidt und gibt ihnen einen neuen Rahmen. "Das sind ja tolle Lieder, da ist ja eine Sehnsucht dahinter", sagt Schmidt. Er wolle die Aufbruchstimmung, die die Lieder vermittelt hatten, nachempfinden und diese Texte nicht nur persiflieren.
Der sogenannte "revolutionäre Liederabend" im Oldenburgischen Staatstheater kann mit hervorragenden Sängerinnen und Sängern punkten. Sie lassen zum Beispiel als achtköpfiger Chor "Ciao Bella Ciao" erklingen. Dieses Lied, das den Freiheitskampf der italienischen Partisanen im Zweiten Weltkrieg lobt, hat der Regisseur ausgesucht, weil es sich so gut anhört. "Wer würde das heute noch mit einem Widerstandslied verbinden? Das ist ein wunderschönes italienisches Lied", so Schmidt.
So schön kann Revolution sein, möchte man da sagen. Aber heute glaubt keiner mehr daran, dass Revolution funktionieren kann. Mit diesem nüchternen Hintergedanken kommt der zweite Teil des Liederabends daher. Dieser ist aber dennoch unterhaltsam und lädt zum "Mitgrooven" zur Musik der "Fantastischen Vier" ein. "Gebt uns ruhig die Schuld", heißt es dort. Denn jeder möchte es bequem haben und macht weiter wie bisher. Das ist eher angepasst als revolutionär.
Nur Kneipenwirt Marx hält an der Utopie fest. Er schenkt Bier mit dem Namen "Parole" aus. Dieses wurde eigens für das Stück produziert und ist auch im Foyer erhältlich. Und auf dem dazugehörigen Bierdeckel steht: "Egal ist keine Haltung". Ob Marx damit wirklich mobil macht, bezweifelt auch der Regisseur. "Wenn er es schafft, wunderbar zu unterhalten und Spaß und Lust zu vermitteln und sich locker zu machen für die Härte des Lebens außerhalb der Theatermauern, dann ist es schon eine Menge", so K. D. Schmidt. "Und wenn er ein paar Stachel setzt, dann wäre das ganz toll."
Ob sich dem Publikum dieser Wunsch des Regisseurs erschließt, ist allerdings fraglich. Zumindest für gute Unterhaltung sorgen das Ensemble und die Band. Und mancher im Publikum erinnert sich gerne an Lieder wie von der sozialkritischen Gruppe "Ton Steine Scherben".
Marx macht mobil - Ein revolutionärer Liederabend, [3:38]
Ein Bericht von Stefanie Riepe
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