Bremer Shakespeare Company
Szene aus: "Eine Stadt im Krieg", Markus Seuß und Petra-Janina Schultz
"Mein Tagebuch: Bremen, 13. November: Heute Nachmittag habe ich am eisernen Roland einen goldenen Nagel eingeschlagen. Mein Nagelspruch lautete: Zur Erinnerung an unsere gefallenen Helden. Mir wird der Augenblick unvergesslich bleiben." Diese Zeilen notierte die Bremerin Wilhelmine 1915 in ihr Tagebuch. Wie viele andere Mitbürger schlägt sie einen Nagel in eine aus Holz nachgebildete Rolandstatue und spendet damit einen Geldbetrag zur Unterstützung der Kriegsversehrten, Witwen und Waisen.
Fünf Schauspielerinnen und Schauspieler gestalten diesen Abend auf der fast leeren Bühne des Theaters am Leibnitzplatz. Neben dem Tagebuch der kriegsbegeisterten Wilhelmine nimmt der Briefwechsel eines Arbeiterehepaares großen Raum ein. Robert ist Soldat in Belgien, seine Frau Anna hält mit drei Kindern zuhause unter Entbehrungen die Stellung.
Zitate aus Bremer Zeitungsartikeln und behördlichen Verordnungen geben Zeugnis von dem harten Alltagsleben der Kriegsjahre: Brotrationen und Hunger, Transporte mit verletzten und verstümmelten Soldaten, der Schrecken durch Fliegeralarm, die Hölle des Schützengrabens. Allein rund 10.000 junge Bremer sterben an der Front den sinnlosen Heldentod fürs Vaterland. Alle Texte sind authentisch: Sie stammen aus Dokumenten und Schriftstücken der Kriegsjahre.
Studierende der Universität Bremen haben in monatelanger Kleinarbeit im Bremer Staatsarchiv Fotoalben, Feldpostbriefe, Tagebücher und Verwaltungsanweisungen ausgegraben und ausgewertet. Die Geschichtsstudentin Larina Schäfer ist eine von ihnen. "Ich habe dann die ganzen Jahrgänge der Bremer Nachrichten von 1914 – 1918 ausgewertet und damit meinen Sommer verbracht." Die 24-Jährige forschte zum Thema der sogenannten Liebesgaben-Geschenke wie Rotwein oder Zigaretten, die Zivilisten den Soldaten an die Front schickten. Ab ca. 1916 nahm die Spendenfreudigkeit jedoch deutlich ab. Mangelwaren wie Wurst und Käse wurden nicht mehr an die Front geschickt, weil man selbst nichts mehr hatte.
Eine Stadt im Krieg: Rückkehr des bremischen Infanterieregiments Nr. 75 am 1. Januar 1919.
Aus dem Aktenmaterial, das zwei dicke Ordner füllte, entwickelte der Schauspieler und Regisseur Peter Lüchinger die szenische Lesung. Es ist die sechste Folge in der Reihe "Aus den Akten auf die Bühne", die die Bremer Shakespeare Company und Geschichtswissenschaftler der Universität Bremen seit einigen Jahren organisieren.
Herausgekommen ist ein interessanter und berührender Abend. "Eine Stadt im Krieg – Bremen 1914 bis 1918" rückt das Leid und die Not der Menschen, ihre Ängste und Hoffnungen in diesem sinnlosen Krieg beeindruckend vor Augen. Allerdings könnte dem Wust des Textmaterials ein wenig mehr szenisches Spiel und Lebendigkeit im Vortrag nicht schaden. Rühmliche Ausnahme: Die Schauspielerin Petra Janina-Schulz. Sie las nicht einfach vom Blatt ab, sondern hauchte den Figuren durch gekonnte Mimik und Gestik Leben ein.
Premiere "Eine Stadt im Krieg - Bremen 1914 - 1918" , [3:36]
Premierenbericht von Margit Ekholt
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