Theater Bremen
Szene aus "Wunschkonzert - Ein szenischer Liederabend"
Fräulein Rasch, eine junge blonde Frau mit Hochsteckfrisur und Etuikleid, betritt die Bühne. Bett, Sessel und Tischchen aus dunklem Holz und senffarbenen Stoffen erinnern an ein Appartement im Stil der 50er Jahre. Die Miene der Frau ist ernst. Offensichtlich ist Fräulein Rasch traurig. Sie spielt versonnen mit einem Tablettenröhrchen. Aus dem Radio hinter ihr ertönt ein unbestimmtes Rauschen, dann ein paar Klavierakkorde. Zaghaft beginnt sie mitzusingen.
Hinter einem Vorhang kommt eine Pianistin am Flügel zum Vorschein, später öffnet sich ein begehbarer Kleiderschrank, gibt den Blick frei auf einen Musiker mit verschiedenen Instrumenten und einer Loopstation, mit der Klänge vervielfältigt und verfremdet werden können. Nach und nach betreten weitere, exakt gleich aussehende Frauen die Bühne: Fünf Blondinen, die sich in Frisur, Kleidung und Gesten bis aufs Haar ähneln, wie Abziehbilder. Fünf Sopranistinnen, die, inspiriert durch das im Hintergrund dudelnde Radio, klassisch-romantische Lieder anstimmen, von Schubert, Schumann, Debussy, aber auch Moderneres zum Beispiel von Hanns Eisler oder Jazz.
Es sind Melodien, die von Sehnsucht, Liebe und Verlassenheit erzählen. Die fünf Sopranistinnen haben die Lieder, die sie singen, selbst ausgewählt – Wunschkonzert eben. Zunächst sind die Frauen absolut gleich, doch dann entwickeln sie mehr und mehr Eigenleben und spiegeln die verschiedenen Facetten einer Persönlichkeit. Sie singen allein oder im Chor, sie bewegen sich in einer genau abgestimmten Choreographie. Das ist wunderbar anzuhören und anzusehen. Analog zu dem Stück von Franz Xaver Kroetz, das dem Abend zugrunde liegt, wird kein einziges Wort gesprochen, außer den Regieanweisungen, die die ganze Banalität des Alltags offenbaren.
Eine Uhr, ein Brief oder Telefon sorgen für immer neue Wendungen, obwohl eigentlich nichts auf der Bühne passiert. Auch ein Brautkleid, eine Pistole, ein Messer und ein Strick gehören zu den Requisiten. Entstanden ist ein rätselhafter, skurriler Abend, der aber nie langweilig oder öde wird. Regisseur Michael Talke und der Musiker Tobias Vethake haben das Stück behutsam und schlüssig gestaltet. Die fünf Sopranistinnen, allesamt Mitglieder des Ensembles des Bremer Theaters, stellen nicht nur ihr gesangliches, sondern auch ihr spielerisches Talent unter Beweis. "Wunschkonzert - Ein szenischer Liederabend" ist ein origineller klassischer Liederabend, ein theatrales Kleinod, dass sich Freunde gepflegter Gesangskunst nicht entgehen lassen sollten.
Weitere Vorstellungstermine: 8., 15., und 24. Februar 2013, im Großen Haus des Bremer Theaters.
"Wunschkonzert" im Theater Bremen, [3:36]
Beitrag von Margit Ekholt
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