Spiel-Experten im Interview
Am Anfang waren "Mensch ärgere Dich nicht" und "Scrabble", dann kamen "Spitz pass auf" und die "Deutschland-Reise". In den Neunziger Jahren revolutionierten die "Siedler von Catan" den Bereich der Brettspiele. Der Begriff "German Games" wurde geboren. Was das ist, erklären der gebürtige Bremer Wolfgang Ditt und seine Frau Brigitte. Sie betreiben eine der umfangreichsten privaten Brettspiel-Fanseiten im Internet, die "Pöppelkiste".
Radio Bremen: Was macht ein "modernes" Brettspiel aus?
Wolfgang Ditt: Im Gegensatz zu Klassikern wie Skat oder Mühle zeichnet sich das moderne Brettspiel dadurch aus, dass es von einem oder mehreren Autoren ersonnen wurde. Es sind also keine Spiele, die sich über eine geschichtliche Periode oder in einer geographischen Region entwickelt haben, sondern Spiele, die wir der Kreativität einer Person oder Personengruppe zu verdanken haben.
Radio Bremen: Welche Rolle sollten die Faktoren Glück, Strategie, Taktik spielen, wie wichtig ist das Design eines Spieles?
Brigitte Ditt: Strategie ist eine langfristige Ausrichtung, Taktik ist hingegen die kurzfristige Reaktion. Was viele so simpel Glück nennen, zum Beispiel Karten ziehen oder einen Würfel werfen, ist in Wirklichkeit ein Zufallselement. Es hat Wahrscheinlichkeiten und lässt sich auch in Überlegungen einbinden, jedoch ist das genaue Ergebnis im Einzelfall unbekannt. Daneben gibt es noch die Geschicklichkeit. Im Spiel können all diese Dinge wichtig sein. Was das Design angeht, so kommt diesem große Bedeutung zu. Ein gut aufgemachtes Spiel wird im Geschäft in die Hand genommen und wenn es aufgebaut worden ist, fordert es zum Spielen auf. Umgekehrt ist die Wirkung eines abschreckenden Designs nur schwer kompensierbar, egal wie gut ein Spiel vom Ablauf her ist.
Radio Bremen: Wie würden Sie die Entwicklung der Brettspiele in den vergangenen dreißig Jahren beschreiben?
Wolfgang Ditt: In den Achtziger Jahren gab es in Deutschland eine gute Handvoll Verlage, die überwiegend Familien- und Kinderspiele verlegten. Komplexe Spiele haben wir damals aus den USA importiert. Dann kamen die „Siedler“. Sie waren die Geburtsstunde des "German Game", heute auch als "Euro Game" bezeichnet. Es entwickelte sich ein Kultur mit Spielen, die ungefähr eine Stunde dauerten, viele Handlungsmöglichkeiten boten, etwas Zufall enthielten und bei denen das Thema meist aufgesetzt war. Damit wurde Deutschland zum Mittelpunkt der Spielewelt.
Radio Bremen: Es gibt Unmengen von neuen Titeln pro Jahr, oft in historischem Gewand. Wer soll die alle spielen?
Brigitte Ditt: Früher gab es nur wenige Verlage, deren Titel in sehr großen Stückzahlen aufgelegt wurden. Heute ist die Produktion einfacher geworden, so dass es deutlich mehr Verlage und damit auch Titel gibt. Die Auflagenhöhe ist jedoch drastisch gesunken. Es gibt somit mehr Titel, aber nicht zwangsläufig mehr Spiele, gemessen an der Stückzahl. Für den Endkunden ist das von Vorteil, weil er aus einer Vielzahl Titel wählen kann. Das Problem ist nur, die Spiele zu finden, die man mag. Dabei helfen Webseiten wie unsere poeppelkiste.de.
Radio Bremen: Wie sieht "das Brettspiel des Jahres 2025" aus?
Brigitte Ditt: Viel wissen wir nicht über das Spiel des Jahres 2025, aber es trägt als Autoren den Schriftzug „Brigitte und Wolfgang Ditt“. We have a dream ... nun aber im Ernst. Es gibt immer wiederkehrende Trends: Mal sind es Karten, mal sind es Würfel, mal sind es Fantasythemen, mal sind es mittelalterliche. Es sind Wellenbewegungen.
Radio Bremen: Was fasziniert Sie daran, am Küchentisch ein Brettspiel zu zocken?
Wolfgang Ditt: Die Faszination besteht aus zwei Teilen. Der größte Teil besteht im gemeinsamen Erleben. Bei Brettspielen unternehmen die Spieler etwas gemeinsam, durch die immer zahlreicheren kooperativen Spiele sogar mit einer gemeinsamen Zielsetzung. Der andere Teil ist das Eintauchen in eine Welt mit eigenen Regeln. Für einige Zeit lebt und agiert man in dieser Welt, jenseits des alltäglichen Stresses.
Radio Bremen: Wie würden Sie den "typischen Brettspieler" beschreiben?
Wolfgang Ditt: Brettspieler sind schwer zu definieren, denn jeder, der seine Freizeit auch ohne Fernseher gestalten kann, ist ein potentieller Brettspieler. Bei Vielspielern sind gewisse Typen statistisch mehr vertreten: Mehr Männer als Frauen, mehr Menschen mit höherer Bildung, Menschen mit mathematischer Begabung, aber wie gesagt, jeder kann ein Brettspieler sein oder werden. Das Wichtigste: Es soll Spaß machen.
Der gebürtige Bremer Wolfgang Ditt und seine Frau Brigitte betreiben im Internet die private, nicht kommerzielle, Fanseite poeppelkiste.de. Beide entwickeln auch eigene Spiele und stellen diese auf Messen und Entwicklertagungen vor. Zudem sind sie Gastgeber eines regelmäßigen Spielekreises, der seit vielen Jahren wöchentlich läuft.
Tausende Besucher bei Brettspiel-Messe
François Rabelais: "Gargantua und Pantagruel"
Das Nordwestradio setzt seine erfolgreiche Veranstaltungs- und Sendereihe "Erfahren, woher wir kommen. Grundschriften der europäischen Kultur" in der Stadtbibliothek Bremen fort. Jürgen Stenzel liest "Gargantua und Pantagruel" von François Rabelais. Hanjo Kesting kommentiert das Werk. Mehr...
29. Mai 2013, 19:00 Uhr | Stadtbibliothek Bremen, Wall-Saal
Lesebuch
Im Lesebuch sendet das Nordwestradio sieben Folgen aus dem Roman "Aufstand der Fischer von St. Barbara" von Anna Seghers. In der Erzählung schildert sie den gescheiterten Aufstand und Streik der Fischer des Dorfes St. Barbara, einem kleinen Ort am Meer. Mehr...
Live-Ausgabe der LateLine mit Jan Böhmermann!
Er kommt wieder, keine Frage! Alle zwei Wochen präsentiert euch Jan Böhmermann im Weserhaus von Radio Bremen die LateLine – in gewohnt unkonventionell verschoben-verschrobener Böhmermann-Manier. Mehr...
6. Juni 2013, 23:00 Uhr | Weserhaus Radio Bremen
Hurricane-Channel!
Bereits seit Ende März ist das Hurricane-Festival 2013 ausverkauft! Also: entweder die Vorfreude genießen, und/oder den Hurricane-Channel einschalten. Mehr...
Die coolsten Open-Air-Events!
Das Bremen-Vier-Land im Festival-Fieber! Auf der Bremen-Vier-Spaßkarte könnt ihr sehen, was in eurer Umgebung in nächster Zeit festival- und eventtechnisch abgeht. Mehr...
Nachwuchstalente gesucht
Bewerbt euch ab sofort bei Bremen Vier, um als Bremer Vertretung zum Finale vom New Music Award 2013 geschickt zu werden! Mehr...
Jetzt läuft
Der kreuzfidele Pessimystiker
Ein Porträt des Schriftstellers Günter Kunert, der mit virtuosem Eigensinn in der Kulturszene beider deutscher Staaten für Furore gesorgt hat. Michael Augustin und Walter Weberzeichnen seine Lebensstationen als Grenzgänger zwischen Ost und West nach. Mehr...
2. Juni, 9:05 Uhr | Nordwestradio
Musikladen
Radio Bremen bringt den Musikladen zum 40. Jubiläum der Sendung in diesem Jahr wieder auf den Schirm. Seit September 2012, wiederholt Radio Bremen TV wöchentlich die Folgen der legendären Sendung mit den Moderatoren Uschi Nerke und Manfred Sexauer. Mehr...
2. Juni, 18:45 Uhr | RB TV
radiobremen.de nun auch mobil
Seit dem 25. Februar 2013 ist der Radio-Bremen-Web-Auftritt unter der Adresse "m.radiobremen.de" auch mobil abrufbar. Mehr...
Der neue Rundfunkbeitrag
Der neue Rundfunkbeitrag löst die Rundfunkgebühr ab. Informationen zum Start 2013 hier. Mehr...
Kultur-Sendungen heute:
6:05 Uhr, Nordwestradio:
Nordwestradio Journal
7:08 Uhr, Nordwestradio:
Nordwestradio Journal
8:08 Uhr, Nordwestradio:
Nordwestradio Journal
10:05 Uhr, Nordwestradio:
Musikzeit
12:00 Uhr, Bremen Vier:
Mittendrin
12:08 Uhr, Nordwestradio:
Nordwestradio Journal
13:05 Uhr, Nordwestradio:
Musikzeit
16:08 Uhr, Nordwestradio:
Globale Dorfmusik
17:08 Uhr, Nordwestradio:
Nordwestradio Journal
18:30 Uhr, Nordwestradio:
Lesebuch
20:05 Uhr, Nordwestradio:
Musikwelt
22:05 Uhr, Nordwestradio:
Jazz nach 10
23:05 Uhr, Nordwestradio:
Nordwestradio Lounge
Kultur-Podcasts
Kultur-Beiträge hören – wann und wo Sie wollen: Hier werden Ihnen jeweils die neuesten Podcast-Dateien zum direkten Download angeboten. Mehr...
Jetzt auf radiobremen.de
Titanic sticht wieder in See: Australischer Milliardär will Megadampfer nachbauen
Krise der Gesundheit Nord: SPD fordert Finanzkonzept für städtische Kliniken
Werder Bremen: Sportdirektor plant mit Arnautovic und Elia
Neuer Trainer vorgestellt: Robin Dutt: "Werder ist Euphorie pur!"