Interview
Im Vorfeld des Tags des offenen Denkmals führt Radio Bremen ein Interview mit Dr. Rosemarie Wilcken, Präsidentin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Stiftung ist Hauptveranstalter des Tags des offenen Denkmals. Sie setzt sich für den Erhalt und die Förderung des deutschen Kulturerbes ein und möchte möglichst viele Bürger für historische Baukunst und Denkmäler begeistern.
Radio Bremen: Frau Wilcken, warum ist der Tag des offenen Denkmals etwas Besonderes?
Rosemarie Wilcken: "Das Besondere am Tag des offenen Denkmals ist, dass er von den Bürgern – den Denkmal-Eigentümern, den Vereinen und Initiativen, den haupt- und ehrenamtlichen Denkmalpflegern – für die Bürger veranstaltet wird. Er ist die wohl größte von bürgerschaftlichem Engagement getragene Kulturveranstaltung in Deutschland."
Radio Bremen: Das Thema, dem sich der Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr widmet, ist "Holz". Was verbindet speziell die Stadt Bremen mit dem Thema Holz?
Rosemarie Wilcken: "Bremen ist natürlich auf den ersten Blick eher eine Stein- als eine Holzstadt. Aber wie in anderen Städten gibt es viel Holz in den Dachstühlen, den Balkendecken oder den Innenausbauten. Ganz besonders etwa im Bremer Rathaus mit dem Ausbau der Oberen Halle, der Güldenkammer und den mittelalterlichen Holzstützen der Unteren Halle. Und Bremens maritime Vergangenheit hat natürlich viel mit Holz zu tun, daher lohnt sich natürlich auch ein Besuch in Bremerhaven und dem Schifffahrtsmuseum."
Radio Bremen: Allein in Bremen und Bremerhaven sind über 60 Objekte für Besucher geöffnet, haben Sie einen Geheimtipp?
Rosemarie Wilcken: "Ganz großartig finde ich den ehemaligen Sendesaal von Radio Bremen in der Bürgermeister-Spitta-Allee 45. Er wurde 2008 nicht zuletzt durch den engagierten Förderverein für das Bremer Kulturleben vor dem drohenden Abriss gerettet. Hier wurden 1951 ganz neue raumakustische Möglichkeiten erprobt – und am Tag des offenen Denkmals bekommt man sie nicht nur erklärt, sondern kann die einmalige Akustik bei kleinen Konzerten auch genießen."
Radio Bremen: Beim Thema Denkmäler und Denkmalschutz ist es oft schwierig jüngere Menschen dafür zu begeistern. Wie möchten Sie die "Generation Facebook" für den Tag des offenen Denkmals gewinnen? Besteht bei einigen Objekten die Möglichkeit selbst aktiv zu werden?
Rosemarie Wilcken: "Sie haben Recht, dass Denkmalschutz heute nur Sinn macht, wenn sich die nächsten Generationen auch morgen noch dafür begeistern. Deshalb bietet unsere Stiftung mit dem Schulprogramm "denkmal aktiv" und dem Freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege in den Jugendbauhütten Angebote gerade für junge Menschen, sich mit Denkmalschutz zu beschäftigen. Die Jugendbauhütte Stade präsentiert sich übrigens am Sonntag im Dom, auch mit Mitmachmöglichkeiten. Andere Aktionen zum Mitmachen gibt es etwa in Fockes Windkanal. Und wichtig ist uns, die jungen Menschen mit ihren Medien anzusprechen, egal ob über Facebook oder mit einer App zum Tag des offenen Denkmals."
Radio Bremen: Die "European Heritage Days" finden neben Deutschland in 49 weiteren, europäischen Ländern statt. Wie nehmen die Menschen die Veranstaltung dort an? Und wie steht Deutschland im Vergleich dazu da?
Rosemarie Wilcken: "Ich finde es ganz wichtig, dass der Tag des offenen Denkmals deutlich macht, dass wir Teil einer europäischen Kultur sind. Dass Europa mehr ist als nur ein Währungsraum, wird in der Architektur vielleicht besonders gut deutlich. Die Kultur hat die Menschen immer schon über alle Grenzen hinweg verbunden – und die "European Heritage Days" machen das auch heute noch deutlich. Dass in Deutschland der Tag eine solche Bürgerbewegung geworden ist, ohne große staatliche Verwaltung, darum beneiden uns die anderen europäischen Länder schon sehr. In vielen Ländern ist der Tag eher ein staatliches Kulturangebot."
Radio Bremen: Sie werden auf der Eröffnungsveranstaltung sprechen und zur Teilnahme an diesem Tag einladen. Was erhoffen Sie sich oder was erwarten Sie? Wird die Marke von 4,5 Millionen Besuchern aus dem Vorjahr geknackt?
Rosemarie Wilcken: "Wir sind stolz darauf, dass wir mit dem diesjährigen Motto Holz bundesweit mehr als 8.000 Denkmaleigentümer zur Teilnahme motivieren konnten. So viele waren es lange nicht mehr, also beste Voraussetzungen, auch bei den Besuchern noch zuzulegen. Wenn das Wetter mitspielt, sind wir zuversichtlich!"
Fakten zum Tag des offenen Denkmals
Bundesweite Eröffnung findet in Bremen statt
Tag des offenen Denkmals
![Fotocollage Bremer Denkmäler [Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Bremen, Montage] Fotocollage Bremer Denkmäler [Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Bremen, Montage]](/kultur/themen/tag-des-offenen-denkmals114_v-mediateaser.jpg)
Am 9. September 2012 sind in ganz Deutschland Denkmäler für die Öffentlichkeit zu besichtigen. Die zentrale Eröffnungsveranstaltung findet in Bremen statt, über 60 Denkmäler werden dazu in Bremen und Bremerhaven ihre Tore öffnen.
Bundesweite Eröffnung in Bremen
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