Zurück in die Zukunft
Sein oder nicht sein – das ist hier nicht die Frage: Zwar stand das Theater Bremen jahrelang wegen seiner finanziellen Probleme in den Schlagzeilen. Doch das hat sich in den vergangenen beiden Jahren wesentlich verbessert – die Finanzen sind in Ordnung. Der neue Intendant Michael Börgerding möchte, dass man über sein Theater redet – aber nicht wegen des Geldes, sondern wegen der künstlerischen Angebote.
Am Wochenende beginnt die erste Spielzeit unter der Leitung Börgerdings, einige Tage zuvor informierten die Theatermacher auf einer Pressekonferenz über das Startprogramm. Mit einem Tanzfestival, einem Theaterstück für Familien und der Kinderoper "Wo die wilden Kerle wohnen" startet das Theater Bremen in die neue Spielzeit. Das ist deshalb ungewöhnlich, weil neue Intendanten sonst meistens mit einem Paukenschlag beginnen – also eine richtig fette Oper oder ein opulentes Schauspiel inszenieren – oder inszenieren lassen. Börgerding sieht das anders und verweist zugleich auf die Oper 'Mahagonny' und das Schauspiel "Praca Roosevelt", die im Spielplan auftauchen.
Das Tanzfestival "Sorbonne Noir" bietet ab Freitag in neun Vorstellungen eine voraussichtlich ziemlich schräge Mischung aus Tanz und Performance. Damit stellt sich das Team "Gintersdorfer/Klassen" vor, das mit afrikanischen Showkünstlern arbeitet. Monika Gintersdorfer sagte: "Unser Ziel ist es, dass man zeigen kann, aus welchem Kontext kommen die Leute, mit denen wir zusammenarbeiten, es sind Showbiz-Stars, Sänger, wirklich sehr bekannte, es sind Tänzer, Schauspieler und bildende Künstler."
Ein Mini-Festival vor dem Start der Spielzeit: "Sorbonne Noir".
Mit dem Festival wird zugleich das "Kleine Haus" neu eröffent. So heißt jetzt das ehemalige "Schauspielhaus" hinter dem großen Theater am Goetheplatz. Das "Kleine Haus" wurde während der Sommerpause für gut eine Million Euro umgebaut. Neu ist vor allem der Zuschauerraum. Parkett und Rang sind weg, stattdessen garantiert jetzt eine steil ansteigende Tribüne gute Sicht auf die Bühne von allen Plätzen. Und im Eingangsbereich lädt eine Lounge mit buntgestreiften Sofas zum Verweilen ein. Ob es dem neuen Team im Theater damit gelingt, mehr Zuschauer anzulocken, bleibt abzuwarten.
Das ist das ehrgeizigste Ziel des frischgebackenen Theaterintendanten und seines durchweg junges Teams. Knapp 160.000 Besucher kamen in der vergangenen Spielzeit in die Vorstellungen – zu wenig für ein so großes Theater. Börgerdings Rezept: Das Haus für alle öffnen: "Wir können nicht mehr machen als zu versuchen, gutes Theater zu machen und Einladungen auszusprechen. Und dazu gehört, dass man bestimmte Barrieren überwindet, für ein Publikum, für das die Oper vielleicht fremd ist." Zum Beispiel durch einen so genannten Blauen Montag, an dem man einmal im Monat zum Einheitspreis von 20 Euro ins Musiktheater gehen kann.
Theater Bremen stellt sein Programm vor, [3:39]
Die Schauspielsparte meldet sich Ende September mit zwei Premieren zurück: "Das Leben auf der Praca Roosevelt" und "Sickster" – beides moderne, zeitgenössische Stücke. "Sickster" ist sogar eine Uraufführung. Fans der Klassiker kommen ab Oktober auf ihre Kosten. Auf dem Programm stehen die Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" von Bertolt Brecht und Kurt Weill, Shakespeares "Hamlet" und die Operette "Banditen" von Jacques Offenbach.
Für Unruhe sorgte Bremens Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz, als sie kürzlich in einem Interview sagte, sie erwarte ein Theater, das provoziert. Börgerding wünscht sich eher überraschendes Theater, und er unterstrich, dass man sich im Theater auch in Zukunft amüsieren darf: "Wir machen viele Unterhaltungsstücke. Wenn Herbert Fritsch mit den Banditen kommt, dann ist das sicher kein Stück zur Euro-Krise, sondern es ist eine Operette, eine Klamotte, die Spaß macht." Übrigens: Börgerdings Theater hebt sich deutlich von dem seines Vorgängers Hans-Joachim Frey und dessen Faible für Glamour ab. Ob Plakate, Programmhefte oder die Stühle im Schauspielhaus: Das neue Theater Bremen wirkt sehr schlicht, bescheiden, fast schon spartanisch. Motto: auf den Inhalt kommt es an, nicht auf die Verpackung.
Video: Der Neue im Chefsessel: Intendant Michael Börgerding.
Einstellungen, Infos und Kommentare
Premiere: Wo die wilden Kerle wohnen
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