Umzug des Sammlermuseums
Das Gebäude des Museums Weserburg ist marode. Hinter den Kulissen wird deshalb gerechnet, ob ein Umzug günstiger ist, als die alte Weserburg zu sanieren. Dagegen regt sich jetzt Widerstand. Ein Kritiker ist sogar extra aus Berlin gekommen, um seinem Ärger Luft zu machen: Thomas Deecke. Denn per Zufall hat der ehemalige Direktor und Mitbegründer des Museums in London etwas über die Pläne erfahren, das Museum Weserburg künftig in einem Neubau in der Überseestadt unterzubringen und zu dessen Finanzierung weitere Kunstwerke aus dem Besitz des Museums zu verkaufen.
Video: Weserburgpläne in der Kritik
Einstellungen, Infos und Kommentare
Professor Thomas Deecke ist ein profunder Kenner der Gegenwartskunst Aus diesem Grund wird er auch gerne von Auktionshäusern wie Sotheby´s in London um Gutachten gebeten. Zuletzt waren dort Kunstwerke aus Bremen angefragt: ausgerechnet aus "seinem alten" Museum – der Weserburg. Eigentlich ist die Weserburg ja ein Sammlermuseum, was bei der Gründung 1991 in Europa eine Neuheit war. Die Idee dahinter: Ein Museum, das als Dauerausstellung ausschließlich Exponate aus privaten Sammlungen zeigen würde. Über die Jahre kämpfte das Museum immer wieder um seine Existenz, Bereits zwei Mal wurde das Haus durch anonyme Spenden von Privatleuten gerettet. 2010 mussten mehr als 50 dieser Kunstwerke verkauft werden, um an Geld zu kommen. Die meisten Werke gingen in einer "Bremischen Lösung" an die Kunsthalle Bremen. Das bekannte Werk "Die Matrosen" von Gerhard Richter wurde jedoch im Ausland versteigert und damit der Öffentlichkeit bis auf Weiteres entzogen.
Jetzt fiel Thomas Deecke aus allen Wolken, dass schon wieder Eigentum der Stiftung Weserburg verkauft werden soll: Also Kunst, die dem Haus geschenkt wurde, soll nun für einen Neubau versilbert werden. Deecke ist empört darüber, dass das Museum für Moderne Kunst - oder wie er es lieber nennt "für Gegenwartskunst" - vom Teerhof in die Überseestadt umziehen könnte. Denn die "Weserburg" gehöre auf den Teerhof. Das sehen auch die Museumsfreunde Birgit und Dietz Schütte so. Ein anderer Standort kommt für sie nicht in Frage. Ein Verkauf von Kunstwerken zur Finanzierung des Museums sei vertretbar, aber nicht für einen Neubau.
Vom amtierende Museums-Direktor, Carsten Ahrens, gab es auf Nachfrage von Radio Bremen keinen Kommentar. Und der Vorsitzende des Stiftungsrates der Weserburg und Chef der Bremer Wirtschaftförderung teilte nur schriftlich mit, dass ein Umzug in die Überseestadt unter Umständen günstiger wäre, als eine aufwändige Sanierung des Teerhof-Gebäudes. Die Weserburg ist auf Sand gebaut. In den dicken Wänden bilden sich immer mehr Risse. Auch eine Klimaanlage soll fehlen. Das hält Thomas Deecke aber für vorgeschoben. Denn die Weser und die dicken Mauern seien die denkbar beste Kühlung für die Kunstwerke.
Widerstand regt sich auch an anderer Stelle: Die Gesellschaft für Aktuelle Kunst (GAK) wurde 1980 als Kunstverein auf dem Teerhof gegründet. Seither zeigt sie hier zeitgenössische, internationale Kunst in Einzel- und Gruppenausstellungen. Wenn das Museum Weserburg geht, verliert auch die GAK das Dach über den Kopf, befürchtet die Direktorin Janneke de Vries. Denn sie ist mit dem Standort sehr zufrieden und will nicht umziehen. Auch mit dem leicht maroden Gebäude kann sie gut leben. Für die moderne Kunst würde ein besonderer Ort verloren gehen, der schon eine längere Tradition hat als die Weserburg.
Seit 2005 leitet Carsten Ahrens die Weserburg. Neue Privatsammler konnte er nicht an das Museum binden, stellt sein Vorgänger Deecke fest. Einige seien in den letzten Jahren sogar abgewandert. Stattdessen werden ganz normale Ausstellungen gezeigt: Einzelausstellungen von Werken Jörg Immendorffs (2007) oder Helmut Newtons (2008) sollten die Besuchszahlen steigern. Aber das Sammlermuseum bröckele so vor sich ihn, kritisiert Deecke. Dem widerspricht Klaus Sondergeld vom Stiftungsrat des Museums: Es sei nach wie vor der Anspruch der Weserburg, neue Sammler zu finden. Das allerdings wäre kaum vereinbar mit der Umzugsidee, denn nach Radio-Bremen-Informationen soll in dem Neubau die Ausstellungsfläche halbiert werden.
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