Mitbegründer von 3nach9
Der Film- und Fernsehautor Wolfgang Menge ist tot. Er starb am 17. Oktober 2012 im Alter von 88 Jahren im Kreis seiner Familie in einem Berliner Krankenhaus. Der Berliner Journalist begeisterte das Fernsehpublikum zwischen 1973 und 1976 mit der TV-Serie "Ein Herz und eine Seele", schrieb Drehbücher für die erste deutsche Krimiserie "Stahlnetz" und ging als Moderator und Mitbegründer der Talkshow "3nach9" von Radio Bremen in die Fernsehgeschichte ein.
Wolfgang Menge schrieb für Zeitungen, bevor er Fernsehgeschichte schrieb: Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er ein Volontariat beim "German News Service", aus dem später die Deutsche Presse Agentur (DPA) wurde. Nach Stationen als Assistenz-Korrespondent in London und einer Anstellung als erstem Reporter beim "Hamburger Abendblatt" ging er für "Die Welt" nach Asien.
Nachruf bei buten un binnen:
Wolfgang Menge ist tot, [2:03]
Schon in dieser Zeit arbeitete Menge auch für Radio und Fernsehen. Unter anderem stammten die Drehbücher von "Strafbataillon 999" und "Polizeirevier Davidswache" aus seiner Feder. In den 1950er Jahren entwickelte er zusammen mit Jürgen Roland die erste deutsche Krimiserie: Für "Stahlnetz" schrieb er fast alle Drehbücher und machte sich auch als Autor zeitkritischer Fernsehspiele einen Namen.
Mit dem "Millionenspiel" erahnte er die spätere Form des "Reality TV" und erregte 1970 mit der Geschichte eines vor laufenden Kameras von Auftragskillern gehetzten Kandidaten großes Aufsehen. Der Preis für die Hetzjagd: Eine Million D-Mark, so die Handlung des Fernsehspiels.
Seinen wohl größten Erfolg hatte Menge Anfang der 1970er Jahre: In "Ein Herz und eine Seele" hielt "Ekel Alfred" Tetzlaff den Deutschen amüsant den satirischen Spiegel vor die Nase. An der Seite des reaktionären Familienoberhaupts trat als Ehefrau Elisabeth Wiedemann auf, die Tochter spielte Hildegard Krekel und den Schwiegersohn Diether Krebs.
1974 wird Radio Bremen die journalistische Heimat von Menge: Der Mann mit der Glatze wurde zum Markenzeichen der ersten Talkshow ihrer Art im deutschen Fernsehen: "3nach9".
Gemeinsam mit Marianne Koch und Gert von Paczensky, später Wolfgang Wocker, moderierte Menge 3nach9 – "drei Moderatoren um kurz nach 9" –, hatte großen Erfolg und fand viele Nachahmer. Es war die wilde Zeit der Talkshows: Es wurde geraucht, getrunken und mit großer Leidenschaft gestritten. Unvergesslich sind vielen Zuschauern Menges originelle und manchmal lakonisch gestellten Fragen an die Studiogäste und sein staubtrockener Humor.
Er fragte alle alles, zum Beispiel Erotikfachfrau Beate Uhse nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis unterschiedlich langer Vibratoren. Anfang der 1990er Jahre versuchte sich Menge an einem satirischen Kommentar zur deutschen Wiedervereinigung: "Motzki" konnte allerdings nicht an den Erfolg von Ekel Alfred anknüpfen.
Menge hat im Laufe seiner Karriere viele Auszeichnungen bekommen: Grimme-Preis und Bambi, Primo Italia, Schiller-Preis und Deutscher Fernsehpreis, Ernst-Reuter-Preis und Ernst-Schneider-Preis gehören dazu. Menge ist ohne Zweifel einer der Väter des deutschen Qualitätsfernsehens. Er hinterlässt eine Frau und drei Söhne.
Radio-Bremen-Intendant Jan Metzger würdigte Menge als eine prägende Persönlichkeit des deutschen Fernsehens: "Er war ein Autor und Moderator, der für das Fernsehen handwerkliche und moralische Maßstäbe gesetzt hat. Er hat das Publikum ernst genommen und gefordert. Bei ihm durfte man mitdenken und wurde gleichzeitig auch noch gut unterhalten. Auch wie er unsere kleine Talkshow moderiert hat, war große Kunst."
In einem Nachruf auf seinen 3nach9-Moderatorenkollegen Karl-Heinz Wocker schrieb Menge einmal: "Man bleibt zurück, ist häufig betrübt, wenn man an die Verstorbenen denkt. Bei einigen jedoch stimmt die Abwesenheit nicht lediglich melancholisch. Sie fehlen. Ein paar Tote hinterlassen Lücken, die nie mehr geschlossen werden können." Zu diesen Menschen gehört für Radio Bremen auch Wolfgang Menge.
Ekel Alfred – Erfinder Wolfgang Menge ist tot, [2:03]
Nachruf: Wolfgang Menge ist tot, [2:41]
Ein Beitrag von Dirk Böhling.
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