12. Januar 2013, 9:33 Uhr
Neue Jobs bei der Polizei
Mittlere und große Unternehmen in Bremen müssen mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzen. Tun sie das nicht, zahlen sie eine Ausgleichsabgabe. Aus diesen Abgaben sind nun neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen entstanden – im Polizeipräsidium in der Bremer Vahr.
Acht Mitarbeiter des Bremer Martinshofs sollen dort in Zukunft in der neuen Asservatenkammer Beweisstücke einlagern. Der Bau eines neuen Lagers war nötig, weil das alte überfüllt ist. Von Kleidungsstücken über Autoteile bis zu Aktenordnern und Computern soll in dem Regalsystem der neuen Asservatenkammer alles einen Platz finden, was als Beweismittel in Strafdelikten dienen könnte. Nur Drogen und Waffen bleiben auch künftig in den Kellerräumen der Staatsanwaltschaft gelagert.
Wilfried Hautop, Geschäftsführer der Werkstatt Bremen, zu der der Martinshof gehört, ist stolz darauf, dass seine Mitarbeiter die Beweisstücke einlagern, katalogisieren und verwalten dürfen. Die Zusammenarbeit mit Polizei und Staatsanwaltschaft in Bremen sei bundesweit einmalig. "Das hat ein Jahrzehnt Vertrauensarbeit auf beiden Seiten erfordert. Ich bin auch ganz stolz, dass zu unserer Einweihung nicht irgendwer kommt, sondern der Innensenator und der Polizeipräsident. Daran können Sie sehen, dass wir, der Martinshof, als zuverlässiger Geschäftspartner anerkannt sind", erklärte Hautop.
Vor mehr als zehn Jahren haben Polizei und Werkstatt Bremen den ersten Vertrag geschlossen. Mitarbeiter waschen seitdem die Polizeifahrzeuge. Später kamen eine gemeinsame Druckerei und die Grundstückspflege des Präsidiums in der Vahr dazu. Dort sind zusammen mit dem Betrieb der Asservatenkammer inzwischen 70 Werkstatt-Mitarbeiter beschäftigt.
Nach dem Mercedes-Werk und der AOK sind Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt der drittgrößte Arbeitgeber des Martinshofes in Bremen. Es sei, so Hautop, ein guter Schritt auf dem Weg der Integration von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt. Von vollständiger Integration könne man trotz dieses Erfolgs noch nicht reden, sagte Hautop. Es sei es noch ein langer Weg, wahrscheinlich einer ohne Ende.
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