29. Juli 2012, 12:46 Uhr
Brandstiftung in Woltmershausen
In Bremen hat es einen Brandanschlag auf eine Familie von Einwanderern gegeben. Das hat die Bremer Polizei bestätigt. Der Vorfall ereignete sich bereits in der Nacht zu Sonnabend im Stadtteil Woltmershausen. Nach Polizeiangaben handelt es sich wahrscheinlich um eine Nachbarschaftsstreitigkeit. Auch einem möglichen ausländerfeindlichen Hintergrund wird nachgegangen.
Die Polizei verhaftete die mutmaßlichen Täter. Inzwischen sind sie jedoch wieder freigelassen worden.
Der 20 Jahre alte Sohn der Familie mit Migrationshintergrund kam am frühen Samstagmorgen gegen kurz vor halb vier nach Hause. Wenige Häuser weiter feierten noch Nachbarn mit Bekannten auf der Terrasse. Als sie den 20-Jährigen sahen, schrien sie lautstark "Ausländer raus". Der Sohn ignorierte die Rufe und ging ins Haus. Kurze Zeit später klingelte es mehrfach an der Haustür der Familie. Der 20-Jährige sah einen Feuerschein. Die Nachbarn hatten offenbar einen brennenden Lappen vor die Haustür geworfen. Nachdem der Bewohner den Lappen gelöscht hatte, wurde die Scheibe eingeschlagen. Der Sohn ging kurz danach aus dem Haus und hörte wieder ausländerfeindliche Parolen aus der Nachbarschaft. Er verständigte sofort die Polizei. Verletzt wurde bei dem Brandanschlag niemand.
Drei verdächtige Männer und eine Frau wurden verhaftet. Alle Beteiligten waren alkoholisiert. Die Täter sind zwischen 25 und 43 Jahre alt und inzwischen wieder auf freiem Fuß. Sie waren nach ersten Erkenntnissen der Polizei vorher noch nicht mit ausländerfeindlichen Straftaten in Erscheinung getreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter schwerer Brandstiftung gegen sie.
Die Polizei hatte nach dem Brand am Freitag die Öffentlichkeit nicht informiert. Erst nach einem Anruf des Anwalts der Opfer bei einer Bremer Tageszeitung berichtete die Polizei über den Fall. Warum es nicht gleich am Freitag offizielle Informationen gab, ist noch unklar.
tagesschau.de
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