3. September 2012, 15:14 Uhr
Tod in Bremer Parkhaus
Der Bremer Parkhaus-Mörder wird nicht per Internet-Fahndung gesucht. Das hat die Polizei in Bremen am Montag bestätigt. Nach wie vor seien Fragen des Datenschutzes nicht geklärt, um eine solche Tätersuche zu ermöglichen, so ein Polizeisprecher.
"Wir suchen Täter nicht im Internet, beispielsweise bei Facebook", so Nils Matthiesen von der Bremer Polizei. Zu unsicher sei da immer noch die Rechtslage und der Umgang mit persönlichen Daten, auch von potentiellen Zeugen. "Es gibt aber eine Projektgruppe bei uns in Bremen, die eine Fahndung über soziale Netzwerke prüft", so Matthiesen weiter. Ergebnisse liegen demnach im Herbst vor. Unabhängig davon sei das Foto des mutmaßlichen Täters aber natürlich im Internet veröffentlicht worden, beispielsweise von Nachrichtenagenturen.
Auch die bremische Datenschutzbeauftragte Imke Sommer hat nach wie vor große Bedenken, was eine Polizeifahndung im Internet und bei Facebook anbelangt. "Das Hauptproblem ist, dass eine solche Seite für den Internetnutzer nicht als offizielle Polizeiseite zu erkennen ist. Außerdem wissen wir ja gar nicht, wo diese Daten überall gespeichert werden, außerhalb der Polizei", so Sommer zu Radio Bremen. In der Vergangenheit war immer wieder spekuliert worden, dass Daten beispielsweise von Facebook-Nutzern auf Servern in den Vereinigten Staaten abgelegt werden. Schon im Interesse der Besucher ist laut Sommer eine Polizeifahndung via Facebook derzeit nicht zu raten.
Bereits Anfang des Jahres war die Bremerhavener Polizei in die Kritik geraten, weil sie per Facebook nach einem Taxifahrer-Mörder suchte. In Niedersachsen ermittelt die Polizei schon länger auch über das Internet gegen Straftäter. Unumstritten ist dies aber auch dort nicht. So beklagte der niedersächsische Datenschutzbeauftragte Joachim Wahlbrink, dass im Internet veröffentlichte Daten von jedem kopiert werden und der Umgang damit nicht mehr gesteuert werden könne. "Eine Internetfahndung hat deshalb eine Prangerwirkung", so Wahlbrink.
Facebook-Fahndung ausweiten?
Datenschützer haben große Bedenken
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) dagegen ist ein Fan der Facebook-Polizeipräsenz und Internetfahndung. "Wir erreichen so mehr junge Menschen als über die Zeitungen, sagte der Minister Anfang des Jahres." In Bremen geht man die Sache nach wie vor vorsichtiger an.
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