1. Januar 2013, 9:18 Uhr
Bilanz des Jahreswechsels
In Deutschland wurden Ende 2012 rund 115 Millionen Euro für Raketen und Böller ausgegeben. Damit hat die Branche nach Angaben des Feuerwerksherstellers "Comet" ungefähr so viel verdient, wie im Jahr zuvor. Bei besserem Wetter hätte noch mehr verkauft werden können, sagte ein Sprecher des Bremerhavener Unternehmens.
Die Spuren einer verregneten Silvesternacht am Morgen danach: An der Weser in Bremen.
Rund 4.000 Menschen hatten sich für diesen Jahreswechsel beim Lagerverkauf in Bremerhaven eingedeckt, die meisten von ihnen gleich nach dem Weihnachtsfest. Knaller mit kurzen Effekten wurden weniger verkauft. Der Trend ging zu größeren Raketen und Böller-Batterien. Vor allem bei diesen sogenannten Verbundfeuerwerken muss acht Meter Abstand eingehalten werden, nachdem sie angezündet werden. Darauf hatte die Feuerwehr erneut hingewiesen.
Kartons voll Knaller beim Lagerverkauf in Bremerhaven, [3:00]
Wegen des Wochenendes startete der Verkauf von Feuerwerkskörpern bereits am 28. Dezember 2012 – einen Tag früher, als in anderen Jahren. In Bremen war das Abbrennen von Feuerwerk in einem Bereich von 150 Metern um Rathaus und Roland verboten. In ländlichen Gebieten ist Feuerwerk zum Teil ganz verboten, weil vor allem die Reetdächer zu leicht Feuer fangen.
Überall sonst durften erst am Silvesterabend ab 18 Uhr die ersten Zündschnüre zischen. Um ein Uhr morgens am ersten Tag des neuen Jahres musste Schluss sein. Seenot-Leuchtkugeln sind überhaupt nicht erlaubt. Generell sind nur Knallkörper zugelassen, die von der Bundesanstalt für Materialprüfung genehmigt wurden.
Zum Schutz der Tiere war das Zünden von Feuerwerkskörpern auch im Nationalpark "Niedersächsisches Wattenmeer" streng verboten. Darauf hatte die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven hingewiesen. Gerade im Winter seien die Tiere ohnehin in schlechter Kondition und müssten Kräfte sparen. "Die Auszeichnung als Weltnaturerbe ist Verpflichtung, diesem Prädikat durch rücksichtsvollen Umgang mit der Natur gerecht zu werden", appellierte Nationalpark-Leiter Peter Südbeck kurz nach Weihnachten. Wer zu Neujahr am Meer spazieren gehe, könne mit Ringelgänsen, Steinwälzern oder Schneeammern das neue Jahr begrüßen, wenn die Tiere nicht zuvor durch Feuerwerk vertrieben worden sind.
Der Wattenrat Ostfriesland hatte die fehlende Überwachung des Verbotes kritisiert, da es von Cuxhaven bis Emden nur sechs Nationalparkwarte gebe. Das Verbot könne leicht umgangen werden. So gebe es im Nationalpark viele nationalparkfreie Zonen. Von hier würden zum Jahreswechsel Böller oder Raketen gezündet, die weit in das Schutzgebiet hinein reichten und die gleiche Scheuchwirkung auf Rastvögel haben wie in der Nähe gezündete Feuerwerke. Im Landkreis Wittmund sei zudem öffentlich zum verbotenen Raketenabschuss am Strand von Dornumersiel aufgerufen worden. Nach 2010 hätten dort Helfer 130 Kilogramm Feuerwerks-Müll gesammelt.
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