23. November 2012, 12:32 Uhr
Ursache noch völlig unklar
Zum zweiten Mal in zwei Jahren hat im Landkreis Verden die Erde gebebt. Das Epizentrum am Donnerstagabend lag wie schon im Mai 2011 am Rande des Erdgasfelds Völkersen, teilte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) am Freitag mit. Verletzt wurde niemand. Schäden seien nicht bekannt, berichtete die Polizei.
Die Polizei hat bislang keine Informationen über Schäden nach dem Erdstoß im Landkreis Verden.
Die Wissenschaftler aus Hannover schließen einen Zusammenhang zwischen der Erdgasförderung und den Erdbeben nicht aus. Nicolai Gestermann, Seismologe bei der BGR in Hannover, hält es aber für unwahrscheinlich, dass die besonders umstrittene Fördermethode "Fracking" als Ursache in Frage komme. Für die Bürger in der Region zwischen Verden und Langwedel war die Nacht zum Freitag sehr unruhig. Sie wurden gegen 21:38 Uhr von dem Erdstoß aufgeschreckt.
Am Rande von Langwedel befindet sich ein Erdgasfeld. In Visselhövede (Landkreis Rotenburg) hatte die Erde am Rand des Erdgasfelds Söhlingen im Februar dieses Jahres gebebt. Damals betrug die Stärke 3,0. Am Donnerstag lag sie bei 2,8, im Jahr 2011 bei 2,5.
Es gebe klar erkennbare Bewegungen in den Erdschichten der Region. Vergleichbare Bewegungen hatte es im Frühjahr 2012 auch schon in Visselhövede gegeben. Die genaue Ursache konnte nicht geklärt werden. Aber es wurden in der Folge elf mobile Mess-Stationen aufgebaut, um die Erdbewegungen zwischen Verden, Visselhövede und Rethem näher zu beobachten. Deren Werte müssen nur ausgelesen werden, sagte Gestermann. Erst aus dem Netz dieser punktuellen Informationen könnten die Fachleute dann mehr über die Ursachen erfahren. Mit ersten Ergebnissen rechnet der Seismologe in der übernächsten Woche.
Auch Norddeutschland kann es treffen
Interview mit dem Potsdamer Seismologe Rainer Kind.
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