30. Juli 2012, 16:47 Uhr
Brandanschlag in Bremen
Nach dem Brandanschlag auf das Haus einer Zuwandererfamilie in Bremen-Woltmershausen verweigern die vier mutmaßlichen Täter die Aussage. Das hat die Polizei am Montag mitgeteilt. Am frühen Samstagmorgen sollen drei Männer und eine Frau einen brennenden Lappen vor die Wohnungstür der Familie gelegt haben.
Zudem schlugen sie laut Polizei eine Scheibe ein und riefen ausländerfeindliche Parolen. Die Tatverdächtigen sind der Bremer Polizei bereits bekannt. Jedoch fielen sie bislang nicht als ausländerfeindlich auf. Weil aber Fremdenfeindlichkeit in diesem Fall nicht ausgeschlossen werden kann, ermittelt die zuständige Abteilung für den Staatsschutz. Die vier Verdächtigen wurden von der Polizei vernommen und wieder freigelassen.
Politiker von CDU und der Partei "Die Linke" in Bremen haben die Tat verurteilt und den Opfern ihr Mitgefühl ausgedrückt. Die Fraktionsvorsitzende der Bremer Linken, Kristina Vogt, übte außerdem scharfe Kritik an der Polizei. Die hätte zwischenzeitlich lediglich von einem "Nachbarschaftsstreit unter Alkoholeinfluss" gesprochen. "Rassistische Gewalt darf aber nicht verharmlost werden", sagte Vogt. "Es scheint, als habe man sich um den guten Ruf der Stadt gesorgt, nachdem Bremen bundesweit in den Schlagzeilen war“, sagte Vogt weiter. Die Bremer Innenbehörde hat das als "unverschämt" zurückgewiesen. "Der Vorwurf entbehrt jeder Grundlage", sagte Rainer Gausepohl, Sprecher des Innenressorts. Die Polizei ermittle in alle Richtungen und habe einen ausländerfeindlichen Hintergrund zu keiner Zeit ausgeschlossen, so Gausepohl weiter.
Bremer Polizei ermittelt nach Brandstiftung in Woltmershausen
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