Besuch im jordanischen Flüchtlingslager

Beck ist seit zwanzig Jahren häufig in Kriegsgebieten unterwegs, in den letzten Jahren vor allem in der Ukraine. Gerade war sie im jordanischen Flüchtlingslager Zaatari. "Die Dimension, die ich dort gesehen habe, hat mich tief erschrocken und die Perspektivlosigkeit, dass im Augenblick niemand weiß, wie diese Tragödie wenigstens in Syrien beendet werden soll, das beschäftigt mich sehr", sagt die ehemalige Migrationsbeauftragte der Bundesregierung. "Zelte soweit das Auge reicht", dazwischen einige Container, so beschreibt Beck das Flüchtlingslager in der Nähe der syrischen Grenze. Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel war sie dort: "Es beginnt sich eine leichte kleine Infrastruktur herzustellen. Früher gab es nicht mal eine Vorrichtung für Fäkalien." Aber: Die Menschen hätten keine Zukunft. Sie dürften das Lager nur mit Passierschein verlassen und dürften nicht arbeiten. In Zaatari leben rund 80 000 Menschen. Insgesamt hat Jordanien über 600 000 Flüchtlinge aufgenommen, das sind zehn Prozent der jordanischen Gesamtbevölkerung. "Jordanien ist vollkommen überfordert", sagt Beck.
  • Autor/-in:Anja Goerz
  • Länge:5:09 Minuten
  • Datum:Mittwoch, 23. September 2015
  • Sendereihe:Nordwestradio