CD-Tipp
Am 23. Juli 2011, vor gut anderthalb Jahren, ging die Nachricht vom Tod der erst 27-jährigen britischen Souldiva Amy Winehouse um die Welt. Zuvor war sie bereits durch Drogenkonsum, Skandale und völlig misslungene Auftritte auffällig geworden. Fans und Freunde ahnten ihr Dilemma. Unbestritten bleiben ihre faszinierende Stimme und ihre charimatischen Interpretationen von Soul und Jazz. Jetzt erinnern ihre Live-Performances bei der BBC als CD und DVD an eine exzentrische wie bedeutende Künstlerin.
Natürlich muss auch der Top Ten Hit "Rehab" dabei sein auf dieser Kompilation, die Amy Winehouse in diversen Live Performances bei der BBC noch einmal zeigt und zu Gehör bringt. Es sind Aufnahmen aus den Jahren 2004 bis 2007, also eher aus der Frühphase ihrer Karriere:
Mal wird ihre suggestive Soulstimme von opulentem Big Band-Getöse begleitet, mal haucht sie ganz leise und bescheiden mit kleiner Jazz-Combo, aber nicht weniger intensiv und stimmungsvoll wie bei "Love is a losing Game".
Erstaunlicherweise passiert bei diesen Session-Aufnahmen und Raritäten etwas, das dem professionellen Hörer nur selten passierte:
Man erlebt die Künstlerin hautnah, hört nicht nur die enorme Bandbreite ihres Repertoires, sondern auch die besondere, riskante wie leidenschaftliche Art und Weise, wie sie sich in die Songs hineinwirft und ihnen ihre typische Prägung aufdrückt. Egal, ob es sich um eine leise Ballade oder einen deftigen Rocksong, einen Uptempo-Soul oder einen Jazz-Klassiker handelt, je nach Genre verwandelt sie sich, klingt mal wie Janis Joplin oder Billie Holiday, wie Ella oder Dinah, immer geleitet von Leidenschaft, großer Geste und großem Gefühl. Ihr "Lulaby of Birdland" klingt so lässig und dennoch engagiert, als hätte sie es schon tausendmal gesungen.
Auf dieser Amy Winehouse Live-CD, zu der es auch eine DVD mit Fernsehaufnahmen gibt, stört es auch überhaupt nicht, dass Lautstärkeschwankungen oder Absagen des Moderators Jools Holland zu hören sind, selbst Rückkoppelungen des Mikrofons unterstreichen die teils hitzige Livestimmung. Auch die Publikumsreaktionen fallen unterschiedlich aus: Mal rauscht der Applaus frenetisch, Amy badet darin und lässt sich feiern, mal bleibt er dürr und schütter, als hätten die Zuhörer ihre Message noch nicht verstanden.
"Amy Winehouse at the BBC" ist ein rundum bewegendes Ton-Dokument, ein Lehrstück in Sachen Authentizität, das eine Künstlerin noch einmal ins Gedächtnis ruft, die wirklich außergewöhnlich talentiert war und sich viel zu früh von der Bühne des Lebens verabschiedete. Ein kleiner Trost, dass es diese berührenden Aufnahmen von "Rehab", "Just friends" oder "Valerie" jetzt auf einer CD gibt: 50 Minuten Amy fast privat, ein paar Momente für eine kleine Ewigkeit.
Wolfgang Rumpf über das Album: Amy Winehouse "Live at The BBC":
CD-Tipp Amy Winehouse, [7:48]
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