CD-Tipp
Blauer Himmel, blaue Berge und blaues Gras. Das ist die Farbpalette Kentucky’s. Und wem das nicht reicht, der kann sich die Landschaft zwischen Ohio River und Mississippi ja mit einem ausgezeichneten Kentucky Whiskey schön trinken. Auch sonst scheinen die Uhren im sogenannten Bluegrass State anders zu gehen. Zeit spielt in Kentucky offensichtlich keine Rolle. Und Veränderungen werden auch schon mal auf die lange Bank geschoben. Ein Irrtum wäre es allerdings, wenn man die Menschen aus dem mittleren Südwesten der USA für Hinterwäldler halten würde. Mitnichten. Auch wenn sie in den Zeiten von Facebook, Google und World Wide Web ihre Tradition pflegen. Und die ist so spannend, dass Putumayo einen Sampler unter dem Titel "Bluegrass" veröffentlicht hat.
In Kentucky hat diese Musik sich entwickelt. Bill Monroe und seine Blue Grass Boys waren die Geburtshelfer gewesen. Und das Ganze mag wohl in den späten 1930er Jahren passiert sein. Aus Kentucky ins globale Dorf. Eigentlich braucht es für diese Musik nicht viel. Eine Musik, die zumindest in den Anfangstagen ausschließlich auf Saiteninstrumenten gespielt wurde. Ein Banjo gehört unbedingt dazu. Und auch die anderen Instrumente sind mehr oder weniger leicht und handlich. Fiddle, Gitarre und Mandoline ergänzen das Ganze. Nur der Mann am Kontrabass hat ein wenig mehr zu tragen. Ergänzt wird die Mixtur durch einen Gesang aus Country, Blues und Gospel.
Die Lieder im Bluegrass haben Strophen, einen Refrain und manchmal wird wie im Jazz nach Lust und Laune improvisiert. Spätestens da muss der geneigte Zuhörer erkennen, dass im Bluegrass sich nicht nur die Farbe blau spiegelt. Bluegrass ist ein Schmelztigel für die musikalische Vielfalt Amerikas. Ein Schmelztigel aus weißer und schwarzer Musik. Im Bluegrass spiegelt sich die Seele Amerikas. Möglicherweise deutlicher als im Blues, Rock'n'Roll, HipHop oder Jazz. Auch wenn dieser zum nationalen Kulturerbe erklärt wurde. Die Bluegrass-Musik ist so fexibel, dass immer wieder neue musikalische Impulse eingeflochten werden. Der Sampler aus dem Hause Putumayo mit seinen 13 Songs dokumentiert dies auf recht hörenswerte Weise. Namen wie Town Mountain etwa, Crooked Still oder Sam Bush stehen für eine neue Generation von Musikern. Alison Krauss hingegen oder Jerry Garcia sind auch bei uns alte Bekannte.
Vor allem Jerry Garcia hatte sich mit seinem Hippie-Rock à la Grateful Dead in Europa einen Kultstatus erworden. Seine musikalischen Anfänge liegen allerdings beim Bluegrass. Und auch Musiktitel wie Shady Groove, Boots of Spanish Leather oder Man of Constant Sorrow haben sehr erfolgreich die Pop und Rockszene beeinflusst. Oder umgekehrt. Es gibt da eine große musikalische Offenheit. Und spätestens beim legendären "I’ll fly away" wird man sich daran erinnern, wie begrenzt, aber auch wie schön das Leben sein kann. Nicht nur in Kentucky mit seinem blauen Himmel, seinen blauen Bergen und seinem "Bluegrass".
CD-Tipp: Putumayo presents Bluegrass , [6:12]
Jörg Senkpeil über das neue Album von Putumayo
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