CD-Tipp
Vor 40 Jahren machte der Beatle George Harrison den Anfang. Zusammen mit dem Virtuosen und Sitarspieler Ravi Shankar sowie berühmten Kollegen aus Rock & Pop (Bob Dylan, Eric Clapton, Klaus Voormann, Leon Russel) veranstaltete er im Madison Square Garden in New York das legendäre "Konzert für Bangladesh". Ein Konzert, mit dem Geld für Flüchtlinge in diesem bürgerkriegsgeplagten Land gesammelt wurde. Stars aus der Musikbranche nutzen immer wieder ihre Popularität, um Geld für gemeinnützige Projekte oder für Menschen zu sammeln, die von Katastrophen betroffen sind. Die Tsunami- und Erdebenkatastrophe in Japan ist ein aktuelles Beispiel für diese globale Betroffenheit und Hilfsbereitschaft. "Jazz for Japan" heißt ein Hilfsprojekt aus Los Angeles. 25 prominente Musikern aus der sogenannten Fusionszene haben sich in den berühmten Capitol Recording Studios von Hollywood getroffen und ihre Instrumente ausgepackt.
Audio: CD-Tipp: Jazz For Japan
Einstellungen, Infos und Kommentare
Eine knappe Woche lang haben sie geprobt und improvisiert. Und herausgekommen ist mit "Jazz for Japan" ein Album, das sich seine "fünf Sterne" locker verdient hat. Auch wenn man auf den ersten Blick ein wenig verdutzt mit den Ohren schlackert. Was auf "Jazz for Japan" nämlich an Titeln angeboten wird, sind eigentlich "olle Kamellen". Als man zum Jazz noch tanzen konnte zu Titeln wie: Cantaloupe Island, Work Song, Cold Duck Time oder auch Watermelon Man.
"Jazz for Japan" ist ein Album, das Spenden und Hilfe für Japan sammelt. Es ist aber auch ein Album, das für die beteiligten Musiker eine Zäsur markieren soll. Musiker wie Tom Scott, Lee Ritenour, George Duke, Kenny G. oder auch Marcus Miller haben sich bewusst die Klassiker des Jazz zum Vorbild genommen. Einfach, um ihre musikalische Basis wieder zu finden. Schon längst fühlen sie sich nämlich fremd in ihrer eigenen Musik. Eine Musik, der man Etiketten wie Fusion, Lounge oder Wave aufgeklebt hat. Eine Musik, die augenscheinlich zu einer großen, unverbindlichen Spielwiese geworden ist. Das war im Jazz mal anders, als Saxophonisten wie John Coltrane etwa Politik, Gesellschaft und Musik gut in Einklang bringen konnten.
Jazz for Japan – ein Album, das sich seine "fünf Sterne" locker verdient hat
"Jazz for Japan" ist keine verstaubte Klamotte. Auch wenn man Titel wie "What a wonderful world" zu hören bekommt. Auf dem Album gibt es nichts museales. Im Gegenteil: Hier werden die Tugenden des Jazz wieder aufgefrischt und aufpoliert. Und das Ganze passiert dankenswerterweise ohne schräge Klangexperimente. Stattdessen darf mit Leidenschaft und nach Lust und Laune improvisiert werden.
Der Erlös aus "Jazz for Japan" soll vollständig gespendet werden. Empfänger ist das Internationale Rote Kreuz in Japan. Und damit das Ganze finanziell erfolgreich wird, ist das Benefiz-Album weltweit auch im iTunes Store erhältlich. 13 Songs füllen das Album. Und spätestens bei einem Klassiker wie Body & Soul mit Marcus Miller an der selten gehörten Bassklarinette werden sich Herz und Geldbeutel weit öffnen.
Info: CD-Tipps
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