CD-Tipp
Sein erfolgreichstes Album "Tubular Bells" erschien vor fast 40 Jahren und war ein Experiment. Die Stücke waren instrumental, hatten gewaltige Überlänge – und passten trotzdem in die meditativ-psychedelische Grundstimmung der Zeit. Danach zerfaserte das Oevre des heute bald 60jährigen Briten, was man vor allem dann merkt, wenn man auf 2 CDs das "Allerbeste von Mike Oldfield" komplett hört. Popmusik aus 40 Jahren, die unterschiedlicher nicht sein könnte.
Tubular Bells war damals, 1973, ein Aufsehen erregendes Wagnis. Während die Herren von Deep Purple und Emerson Lake and Palmer die größtmögliche Inszenierung und gewaltige Soundberge auftürmten, machte Mike Oldfield genau das Gegenteil: Der damals 19jährige bot in Eigenregie seriell geprägte, leise Pop-Instrumentals, angesiedelt zwischen E und U Musik und bestens zum Träumen geeignet - mit oder ohne rauschhafte Ergänzungsmittel. Auch in dem damals populären Horrorfilm "The Exorcist" erzeugten Mike Oldfields Klänge Gruselstimmung.
Wenn man bedenkt, mit welchen Musikern Mike Oldfield in den letzten Jahrzehnten zusammenspielte, dann wird deutlich, dass dieser Mann universell begabt ist und keine Grenzen akzeptiert. Er war mit Phil Collins im Studio oder arrangierte für Michel Polnareff, phantasierte Semi-Klassik mit Lang Lang, begleitete Bonnie Tyler oder lieferte Soundtracks. Ein musikalisches Chamäleon, das auch mal zusammen mit Schwester Sally einen veritablen Pophit zustande brachte. Oldfield wurde genau dafür heftig kritisiert: Das sei seichter Pop, New Age Musik, Kitsch, irgendetwas Undefinierbares zwischen britischem Folk, Disco und elektronischer Endlosschleife. Auch da ist etwas dran, wenn man "The Very Best" mit offenen Ohren hört.
Seine Tubular Bells ließen ihn zeitlebens nicht los. 1992 veröffentlichte er Tubular Bells 2 und dann noch mal Tubular Bells 2003, ein zähes Stück Musikbiografie, das Oldfield einfach nicht hinter sich lassen konnte. Auch jetzt zur Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in London kam der musikalische Exportartikel wieder ins Ohr. "The very Best of Mike Oldfield" zeigt nicht nur das kompositorisch heterogene Schaffen eines wagemutigen Einzelkünstlers, sondern dokumentiert gleichzeitig 40 Jahre Pophistorie in vielen seltsamen Facetten.
CD Tipp: Two Sides , [6:28]
Wolfgang Rumpf über das "Very Best"-Album von Mike Oldfield
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