CD-Tipp
Sogar der seriösen FAZ war ihr erster und bisher einziger Deutschland-Auftritt kürzlich in Berlin einen großen Artikel wert: Valerie June, Sängerin und Gitarristin aus Tennessee. Auf ihrem Album "Pushin' against a stone" klingt sie mal so, wie die weise alte 'Mother Nature', dann wieder wie ein naives Schulmädchen. Wir stellen es vor.
Soviel Südstaaten-Feeling war schon lange nicht mehr – wenn Valerie June zum 'Workin' Woman Blues' ansetzt, dann erscheinen dem Hörer die hart arbeitenden Frauen quasi vor dem geistigen Auge. Dabei ist die junge Frau aus dem kleinen Städtchen Humboldt in Tennessee alles andere als von gestern: Mit ihren Dreadlocks und dem ebenhaften Gesicht könnte sie genauso gut einem hippen Mode-Magazin entsprungen sein. Nur musikalisch gräbt sie in den derben Traditionen von Blues und Country und entfacht jene schwüle Athmosphäre, wie sie im Mississippi-Delta üblich ist.
Mal rotzig-nasal, dann wieder glockenhell singt sie Texte über harte Arbeit, Sehnsucht und Stolz. "Organic moonshine rootsmusic' nennt Valerie June dieses Amalgam aus Blues, Folk, Gospel, Soul und Bluegrass, das sie da für ihr Debütalbum zusammengerührt hat. Lange genug hat sie sich dem Markt verweigert und lieber auf Bürgersteigen oder in Coffee-Shops gespielt, wo sie neben selbstproduzierten CD's auch noch handgemachte Seife verkaufte. Bis der Produzent Dan Auerbach ihre Stimme hörte, die ihn sofort an Bessie Smith oder Nina Simone erinnerte.
Mit einem Sound, der oft an alte Schellack-Platten erinnert, singt sich Valerie June durch sentimentale Country-Songs, karg instrumentierte Gospels oder Bluesrock-Stomper, als sei es das selbstverständlichste auf der Welt – und weckt in manchen Passagen sogar Erinnerungen an die Shangri-La's. Auf die nächsten Konzerte in Deutschland darf man gespannt sein.
Autor: Jürgen Schmitz
Der CD-Tipp zum Anhören:
CD-Tipp Valerie June "Pushin' against a stone" , [3:11]
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